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MÄRKTE EUROPA/Keine Angst vor Trump - "Footsie" auf Rekordhoch

Kategorien: Märkte | News Europa | Top-Stories | Datum: 11.01. 13:02

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Von Benjamin Krieger

FRANKFURT (Dow Jones) - Nach Kursverlusten im frühen Handel haben sich am Mittwoch die europäischen Börsen berappelt. In der Sorge um kernige Sprüche des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump auf einer Pressekonferenz am Nachmittag hatten Anleger Aktien zunächst verkauft. Doch schon nach gut einer Handelsstunde nahmen die Kurse wieder Kurs nach oben. Der DAX handelt am Mittag 0,3 Prozent fester bei 11.620 Punkten und der Euro-Stoxx-50 steigt um 0,1 Prozent auf 3.309 Zähler. Der Londoner Leitindex FTSE-100, von Brokern liebevoll "Footsie" genannt, ist sogar auf ein neues Rekordhoch von 7.293 Punkten gestiegen.

"Wir sind gespannt, ob es wirklich Ansätze zur Konkretisierung seiner wirtschaftspolitischen Pläne geben wird", sagt Peter Meister mit Blick auf die Rede Trumps - und fügt hinzu: "Wirklich nervös sind die Marktteilnehmer aber nicht." Das zeigten nicht zuletzt Risikobarometer wie der Volatilitäts-DAX, der seit Jahresbeginn kontinuierlich gefallen ist.

Im Handel ist eher von Zurückhaltung und Abwarten vor der um 17.00 Uhr deutscher Zeit beginnenden Pressekonferenz die Rede. Die Deutsche Bank stellt sich mit Blick auf die jüngsten Tweets des Republikaners auf ein "lebhaftes Ereignis" ein. Während Trump in der Rede nach dem Sieg gegen Hillary Clinton noch versöhnliche Töne angeschlagen habe, könne die Pressekonferenz sehr viel mehr Stoff für Konfrontation bieten.

Einige Akteure halten es dagegen für wahrscheinlich, dass sich Trump in seinen Aussagen vor allem auf politische Allgemeinsätze beschränken wird. Das Spektrum der Themen sei einfach zu groß, um auch nur ansatzweise erschöpfend erörtert werden zu können. "Ich vermute, dass wir nach der Rede so schlau sein werden wie zuvor", sagt ein Frankfurter Aktienhändler.

Auch an den anderen Märkten halten sich vor der Rede Trumps Angst einerseits und Enthusiasmus andererseits in Grenzen. Im Devisenhandel wertet der US-Dollar gegen Euro, Yen, Pfund Sterling und Schweizer Franken auf. Die Gemeinschaftswährung hat von 1,0556 zum Schlusskurs am Vortag auf 1,0519 Dollar leicht nachgegeben. Am Euro-Rentenmarkt treten Bundesanleihen ebenso auf der Stelle wie die Risikoprämien im europäischen Kredithandel.

 
VW steigen weiter - Einigung im Abgasskandal in Aussicht 
 

VW steigen um 4 Prozent und zählen neben den Versorgern zu den größten Kursgewinnern im DAX. Die Wolfsburger stehen nach eigenen Angaben kurz vor einer Einigung mit den US-Behörden. Der Vergleich sehe Buß- und Strafzahlungen von 4,3 Milliarden Dollar vor sowie Maßnahmen zur Stärkung der internen Kontrollsysteme. Damit würden sich die Strafzahlungen auf über 20 Milliarden Dollar summieren.

RWE verteuern sich um 3,6 Prozent, gestützt von einer Hochstufung durch die Barclays Bank. Eon rücken ebenfalls um 3,6 Prozent vor. Nach der Financial Times berichten nun auch Handelsblatt und Börsenzeitung, dass der aktivistische Investor Knight Vinke Eon dazu dränge, das Stromnetz abzuspalten.

Nach wie vor sorgen Kommentare von Analysten im neuen Jahr für teils starke Kursbewegungen. Siemens geben um 1,1 Prozent nach. Händlern zufolge hat Goldman Sachs die Aktie gleich um zwei Stufen von "Kaufen" auf "Verkaufen" gesenkt.

 
Konsumwerte Henkel und Beiersdorf werden verkauft 
 

Eine Verkaufsempfehlung der UBS für Henkel lässt den Kurs um 0,6 Prozent nachgeben. Beiersdorf wurde von UBS ebenfalls auf "Verkaufen" gesenkt, der Kurs gibt mit 1,6 Prozent stärker nach. Eine Kaufempfehlung der Berenberg Bank treibt dagegen Prosiebensat.1 um 1,9 Prozent nach oben.

Ein "Buy" der Deutschen Bank für Thyssenkrupp und Salzgitter lässt die Kurse der Stahlhersteller um 2,8 bzw. 1,9 Prozent steigen. Die Credit Suisse hat die Papiere der Reisekonzerne Thomas Cook und TUI gesenkt. In London fallen Thomas Cook und TUI um jeweils mehr als 4 Prozent.

Engie fallen um 3,3 Prozent, nachdem der französische Staat 100 Millionen Engie-Aktien für 1,14 Milliarden Euro platziert hat. Zunächst wollte der Staat nur 90 Millionen Aktien des ehemals unter dem Namen GDF Suez bekannten Versorgers am Markt unterbringen. Damit sinkt die Beteiligung des französischen Staats auf 28,7 Prozent von zuvor 32,6 Prozent.

In London springen Aktien des Einzelhändlers J. Sainsbury um 3,7 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat ein überraschend starkes Weihnachtsgeschäft abgeliefert.

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INDEX                zuletzt  +/- %  absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50       3.309,11   0,09     2,90       0,56 
Stoxx-50            3.045,40   0,21     6,52       1,16 
DAX                11.620,14   0,32    36,84       1,21 
MDAX               22.307,91   0,47   104,60       0,54 
TecDAX              1.849,28   0,44     8,05       2,07 
SDAX                9.717,44   0,54    52,46       2,08 
FTSE                7.282,08   0,09     6,61       1,95 
CAC                 4.893,21   0,10     4,98       0,64 
 
Bund-Future           163,43            0,26      -0,43 
 
DEVISEN         zuletzt      +/- %  Mi, 10.13 Uhr  Mo, 17.15 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,0521     -0,25 %         1,0547         1,0564  +0,0 % 
EUR/JPY        122,2786     -0,08 %       122,3742         123,05  -2,2 % 
EUR/CHF          1,0733     -0,02 %         1,0736         1,0734  +0,2 % 
EUR/GBP          0,8668     -0,01 %         0,8687         1,1518  +1,7 % 
USD/JPY          116,22     +0,18 %         116,00         116,48  -0,6 % 
GBP/USD          1,2135     -0,11 %         1,2148         1,2170  -1,7 % 
 
ROHOEL          zuletzt  VT-Settl.          +/- %        +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         51,13      50,82          +0,6 %           0,31  -4,8 % 
Brent/ICE         53,98      53,64          +0,6 %           0,34  -4,9 % 
 
METALLE         zuletzt     Vortag          +/- %        +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)    1.189,96   1.189,20          +0,1 %          +0,76  +3,3 % 
Silber (Spot)     16,79      16,98          -1,1 %          -0,19  +5,4 % 
Platin (Spot)    979,50     978,50          +0,1 %          +1,00  +8,4 % 
Kupfer-Future      2,61       2,61          -0,2 %          -0,00  +4,1 % 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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