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Dezember-Rally verschafft DAX-Investoren Rendite

Kategorien: Märkte | News Europa | Datum: 30.12.2016

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DJ XETRA-SCHLUSS/Dezember-Rally verschafft DAX-Investoren Rendite

Von Manuel Priego-Thimmel und Benjamin Krieger

FRANKFURT (Dow Jones) - So verrückt das gesamte Börsenjahr 2016 war, so verrückt ist es am Freitag zuende gegangen. Nach einem lange Zeit gänzlich lethargischen Geschäft stellte der DAX quasi in den letzten Minuten des Xetra-Handels noch das Jahreshoch vom Dienstag bei 11.482 Punkten ein. Am Ende stand für den Leitindex ein Plus von 0,3 Prozent auf 11.481 Zähler zu Buche.

Der DAX ist in diesem Jahr um knapp 7 Prozent gestiegen. Rechnet man noch die Dividendenrendite von 2,4 Prozent hinzu, so hat ein DAX-Investor 2016 eine Gesamtrendite von 9,3 Prozent erzielt. Der MDAX, der Index der 50 größten deutschen Nebenwerte, erreichte am Freitag mit 22.197,94 Punkten sogar den höchsten Stand seiner 20-jährigen Geschichte.

Eingefahren hat der Aktienmarkt die Gewinne erst spät. In den ersten drei Dezemberwochen stieg der DAX um fast 1.000 Punkte. Immer mehr Anleger setzten darauf, dass die Konjunktur in den USA unter dem neuen Präsidenten Donald Trump noch stärker in Schwung kommt. Die steigenden Kurse zum immer näher rückenden Jahresende zwangen zudem immer mehr Investoren, auf den Zug aufzuspringen, um die späte Rally nicht zu verpassen

Angesichts historisch niedriger Renditen an den Anleihemärkten waren Aktien also auch in diesem Jahr die bessere Anlage-Alternative. Auch wenn das Börsenjahr 2016 alles andere als rosig begann.

 
Angst um Chinas Wachstum tritt Ausverkauf los 
 

Nämlich mit einem Paukenschlag: Schon am ersten Handelstag brach der DAX um 4,3 Prozent ein. Das war der schwächste Jahresauftakt seit 1988. Die Angst vor einer von China ausgehenden weltweiten Wachstumsschwäche drückte die Kurse in den Keller. Von rund 10.500 Punkten zu Jahresbeginn fiel der DAX bis Mitte Februar weit unter 9.000 Zähler. Mit einer Stabilisierung der Wirtschaftsdaten setzte dann auch eine Erholung an den Kapitalmärkten ein. Mitte des Jahres stand der DAX wieder bei 10.250.

Am 23. Juni kam der nächste Schock. Völlig überraschend entschieden sich die Briten in einem Referendum dafür, die EU zu verlassen. Nicht nur hatten die Experten das Ergebnis nicht vorausgesehen; auch die im Vorfeld beschriebenen Untergangsszenarien bewahrheiteten sich nicht: Der "Brexit" brachte keine zweite Lehman-Krise, und der britischen Wirtschaft blieb eine Rezession erspart. Der DAX-Einbruch unmittelbar nach dem Referendum war denn auch nicht mehr als ein Zwischenspiel - die Verluste von 1.000 Punkten waren schnell wieder aufgeholt.

 
Börsen feiern US-Präsidenten Donald Trump 
 

Das größte politische Erdbeben löste aber die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten am 8. November aus. Auch hier lagen wohl fast alle Marktakteure falsch - sie hatten den Protestschrei der Globalisierungsverlierer in den USA unterschätzt. Noch verwunderlicher als die Wahlsensation war aber die Reaktion an den Börsen: Quasi über Nacht wurde aus dem Angstgespenst Trump, der für Handelsbarrieren und Strafzölle stand, ein neuer Heilsbringer, der mit Steuersenkungen und milliardenschweren Konjunkturprogrammen die USA aus dem Tal der Wachstumstränen führen soll.

Die Trump-Wahl löste eine heftige Rally an den Börsen aus. In diesem von neuem Optimismus geprägten Umfeld konnte die US-Notenbank Mitte Dezember fast unbemerkt die Leitzinsen erhöhen. Es war erst die zweite Zinserhöhung in den vergangenen zehn Jahren, unterstrich aber zugleich, dass die US-Wirtschaft dabei ist, die Wirtschafts- und Finanzkrise hinter sich zu lassen. Für das kommende Jahr haben die US-Währungshüter gleich drei Zinserhöhungen in Aussicht gestellt.

 
China streckt Finger nach deutschen Unternehmen aus 
 

Auch bei den Unternehmen tat sich Einiges. Nachdem im vergangenen Jahr vor allem der Emissionsskandal von VW für Schlagzeilen gesorgt hatte, war es 2016 das sich immer schneller drehende Übernahme- und Fusionskarussell. Chinesische Investoren verleibten sich mit Kuka nicht nur einen der weltweit führen Roboterhersteller ein. Sie warfen auch ein Auge auf den LED-Ausrüster Aixtron und das Lampengeschäft von Osram. Interventionen durch die Bundesregierung und die USA verhinderten diese Deals allerdings. In Berlin und in Washington begründete man die Absage bei Aixtron mit Sicherheitsbedenken.

Völlig überraschend gaben im Februar die Deutsche Börse und die London Stock Exchange Pläne für einen Zusammenschluss bekannt. Nach zwei gescheiterten Fusionsversuchen in der Vergangenheit hatten die Anleger eine Fusion der beiden wichtigsten europäischen Börsen nicht mehr auf der Agenda. Dem Ehrgeiz von Börsenchef Carsten Kengeter droht aber das "EU-Aus" der Briten einen Strich durch die Rechnung zu machen. Denn seitdem mehren sich die Stimmen aus Politik und den Regulierungsbehörden, die sich kritisch zum geplanten Sitz der Holding in London äußern.

Derzeit prüft die Kommission in Brüssel, ob ein Zusammenschluss den Wettbewerb nicht zu stark beeinträchtigen würde. Ein Urteil ist im März zu erwarten.

 
Übernahme von Monsanto belastet Bayer-Kurs 
 

Aktien von Bayer zählen mit einem Kursverlust von fast 13 Prozent zu den Verlierern dieses Börsenjahres. Im Mai legten die Leverkusener ein 62 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für den US-Saatgutproduzenten Monsanto vor. Das wurde von den Amerikanern prompt als zu niedrig zurückgewiesen. Im September war es dann so weit: Nachdem Bayer die Offerte auf 66 Milliarden Dollar erhöht hatte, sagte Monsanto "Ja". Es ist die größte Übernahme der deutschen Unternehmensgeschichte.

Größter Kursgewinner des Jahres im DAX war die Aktie von Adidas mit einem Zugewinn von rund 70 Prozent. In den vergangenen beiden Jahren hat sich der Kurs nahezu verdreifacht. Die Marke Adidas feierte zuletzt unter dem von Henkel zu Adidas gewechselten neuen CEO Kasper Rorsted Verkaufserfolge, vor allem in Nordamerika und China.

Wer dagegen Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank hat, der musste auch das Jahr 2016 abhaken. Die historisch niedrigen Zinsen erschweren die Geschäfte der Geldhäuser enorm. Auch die immer striktere Regulierung der Finanzbranche kostet die Banken Geld und Zeit. Nicht zu reden von den endlosen Rechtsstreitigkeiten bei der Deutschen Bank. Nach den schwachen Börsenjahren 2014 und 2015 büßten Deutsche Bank weitere 24 Prozent ein und Commerzbank 23 Prozent.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel am Freitag bei den DAX-Werten rund 43,0 (Vortag: 45,1) Millionen Aktien im Wert von rund 1,70 (Vortag: 1,59) Milliarden Euro. Es gab 19 Kursgewinner und elf -verlierer.

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INDEX              zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX              11.481,06  +0,26 %     +6,87 % 
DAX-Future       11.478,50  +0,31 %     +5,94 % 
XDAX             11.478,73  +0,36 %     +7,27 % 
MDAX             22.188,94  +0,19 %     +6,81 % 
TecDAX            1.811,72  -0,08 %     -1,04 % 
SDAX              9.519,43  +0,16 %     +4,63 % 
zuletzt          +/- Ticks 
Bund-Future         164,28     -23 
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