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Bundesbank will hohe Verlusttragfähigkeit von Großbanken

Kategorie: News zu Anleihen | Datum: 18.11.2014

Von Hans Bentzien

FRANKFURT--Systemisch wichtige und weltweit tätige Großbanken sollen nach Vorstellung der Deutschen Bundesbank möglichst viele Instrumente zur Absorption von Verlusten vorhalten. Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret forderte bei der "Euro Finance Week" in Frankfurt, dass die Fähigkeit dieser Großbanken zur Verlustabsorbtion im oberen Bereich der vom Financial Stability Board vorgeschlagenen Größenordnung liegen sollte.

"Ich bin dafür, dass wir uns auf eine Zahl im oberen Bereich jener 16 bis 20 Prozent einigen, die der FSB vorgeschlagen hat", sagte Dombret laut vorab verbreitetem Redetext in Frankfurt. Dombret bezog sich dabei auf das Verhältnis der so genannten Total Loss Absorbing Capacity (TLAC) zu den risikogewichteten Aktiva einer Bank. Dabei handelt es sich um Eigenkapital und um Anleihen, die bei einem Scheitern des Kreditinstituts Verluste auffangen beziehungsweise bei Unterschreiten bestimmter Eigenkapitalquoten automatisch in neues Eigenkapital umgewandelt werden.

Darauf haben sich die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Wochenende geeinigt. Diese Einigung sieht solche verlusttragenden Instrumente für 16 bis 20 Prozent der risikogewichteten Aktiva einer Bank vor. Die Bundesbank möchte offenbar verhindern, dass die internationalen Regulierer sich mit dem unteren Ende dieser Spanne zufrieden geben.

Dombret sagte, er hoffe, dass die gerade laufende Konsultation und eine Auswirkungsstudie eine Quote im oberen Bereich der Spanne möglich machten.

Systemisch wichtige Banken haben gegenüber kleineren Instituten Vorteile, weil sie sich darauf verlassen können, dass sie im Zweifelsfall vom Staat beziehungsweise dem Steuerzahler gerettet werden. Indem die Behörden diesen Banken die Emission verlusttragfähiger Instrumente vorschreiben, hoffen sie, diese Erwartung zu brechen.

Als weiteren wichtigen Schritt in dieser Richtung bezeichnete Dombret die Regelung, dass bei der Pleite von global tätigen Großbanken - derzeit 18 Institute - das Recht von deren Geschäftspartnern zur Kündigung von Derivateverträgen suspendiert wird. "Das bringt wertvolle Zeit, um eine gescheiterte Bank ordnungsgemäß abzuwickeln", sagte Dombret.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@wsj.com

DJG/hab/apo

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