Wissenswertes zur Wasserenergie

Seit Jahrtausenden wird Wasser als wichtigste Voraussetzung für Leben jeglicher Art betrachtet. Kein Wunder, schließlich besteht der Mensch zu 60 bis 70 Prozent aus Wasser und ist die Erdoberfläche zu mehr als 70 Prozent von Wasser bedeckt. Schon den frühesten Philosophen, die Wasser zu den vier Urelementen zählten, war die große Bedeutung dieser unscheinbaren Flüssigkeit bewusst. Thales von Milet (6. Jhd. v. Chr.) sah im Wasser sogar den Urstoff allen Seins.

Im Zeitalter des fortschreitenden Klimawandels rückte das Wasser in den vergangenen Jahren unter zwei Aspekten verstärkt in den Fokus von Investoren. Zum einen als saubere und erneuerbare Energiequelle und zum anderen aber vor allem als immer knapper werdende Lebensgrundlage. So nutzen zum Beispiel seit Jahrzehnten Wasserwerke an Flüssen und Stauseen das Wasser zur umweltfreundlichen Energiegewinnung. Doch es gibt auch zahlreiche neue Ideen, die nicht auf fossile Energieträger angewiesen sind. Mit neuen Techniken sollen in Zukunft Meereswellen, -gezeiten und -strömungen zur verstärkten Energiegewinnung und damit zum Einsparen klimaschädlicher fossiler Energieträger beitragen.

Beispiel aus der Praxis: Anfang Oktober 2008 ging im Norden Portugals das erste kommerzielle Wellenkraftwerk mit einer Anfangskapazität von 2,25 MW in Betrieb. Bis 2011 soll die Kapazität auf 21 MW ausgebaut werden. Ohne staatliche Einspeisevergütungen wären solche Projekte natürlich nicht möglich. Sobald aber Erfolge bei Verbesserung der Effizienz erzielt und größere Stückzahlen gefertigt und verkauft werden, lässt sich deren Wettbewerbsfähigkeit sukzessive verbessern.

Weil auf Grund des Klimawandels die wichtigsten Süßwasservorräte wie Polkappen und Gletscher in starkem Maße schmelzen und außerdem viele Flüsse und Seen austrocknen, erwarten die meisten Experten eine deutliche Verschlechterung der weltweiten Trinkwasserversorgung, vor allem auf der südlichen Welthalbkugel. Dem rückläufigen Angebot an sauberem Trinkwasser steht gleichzeitig eine wachsende Nachfrage gegenüber. Diese basiert vor allem auf dem starken Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum in den Schwellenländern. Die UNO macht seit Jahren auf dieses Problem aufmerksam und hat aus diesem Grund bereits im Dezember 2003 die Jahre von 2005 bis 2015 zur UN-Wasserdekade "Wasser für Leben" ausgerufen. Ziel der Aktion ist es, während dieses Zeitraums den Anteil der Bevölkerung, der keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie angemessenen sanitären Anlagen hat, zu halbieren.

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