Auch in der letzten Woche tendierte die US-Rendite der zehnjährigen Bonds weiter in ihrem seitwärts gerichteten Rechteck. Zunächst schien es zwar so, als könnten die Bären das Ruder in die Hand nehmen, in den letzten Handelstagen fielen die Sätze dann aber wieder ab.
Unter charttechnischen Gesichtspunkten erfüllte sich damit unser (sehr) kurzfristiges Szenario einer nachgebenden Rendite, wenngleich die Gefahr für die Bären größer wird, dass die Sätze aus dem Bereich zwischen 1,56% und 1,69% nochmals nach unten ausbrechen. Nach wie vor besteht also kein Handlungsbedarf, neue Bond-Käufe würden wir aber ebenfalls hinten anstellen.
Nicht unerheblichen Anteil an der weiteren Entwicklung dürfte der Aktienmarkt haben, der sich momentan aber selber orientierungslos präsentiert. Der Dow Jones Index konnte gestern zwar deutlich zulegen, doch scheint die zuletzt positive Tendenz lediglich eine Antwort auf die zuvor generierten Verluste zu sein.
Ein neuer Aufwärtstrend und der damit mögliche Druck auf den Rentenmarkt ist nicht erkennbar.
Ähnlich präsentiert sich unser heimischer Bund Future. Das Rentenbarometer, das ceteris paribus unter technischen Aspekten eigentlich deutlich korrigieren sollte, wird durch die Entwicklung aus Übersee und einem schwachen DAX derart positiv beeinflusst, dass sogar steigende Notierungen zu beobachten sind.
Ohne größere Aussagekraft präsentieren sich die Indikatoren. Durch die Seitwärtstendenz der US-Rendite zeigen auch sie keine deutlichen zyklischen Schwankungen. Die entsprechenden Signale fehlen.
Fazit: Momentan lassen sich keine Anzeichen eines Ausbruchs der US-Rendite nach oben finden. Die Wahrscheinlichkeit, dass die lethargischen Sätze aus der aktuellen Seitwärts- Range nach unten ausbrechen, ist aber ebenfalls zu gering. Damit besteht weiterhin kein Handlungsbedarf.

Quelle: WGZ Bank
externer Redakteur