FRANKFURT (Dow Jones) - Mit nachgebenden Kursen am deutschen Aktienmarkt rechnen Händler für die Sitzung am Mittwoch. Angesichts kaum vorhandener Unternehmensnachrichten stünden weiter Japan, die EU-Länderrisiken und damit vor allem Finanzwerte im Blick, heißt es. Der DAX wird vorbörslich 0,4% oder 21 Punkte niedriger errechnet mit 6.096 Punkten. Aus technischer Sicht gilt der DAX beim Dienstag-Tief um 6.080 Punkten als unterstützt. Um 6.180 Punkten machen Teilnehmer einen ersten Widerstand aus.
Händler verweisen zur Begründung auf schwache Vorlagen aus Asien, nachdem der Yen am Morgen zum Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Jahren gestiegen ist. "Ein Blick auf die Devisen zeigt, dass die Anleger die Risiken erneut zurückfahren", so ein Händler. Auch der Schweizer Franken notiert nahe dem jüngsten Allzeithoch zum Euro.
Am Vormittag werde im Handel verstärkt auf die Risikoaufschläge der Anleihen europäischer Peripherieländer geschaut. Aus Portugal wie auch aus Griechenland stehen die Zweitveröffentlichungen des Wirtschaftswachstums im zweiten Quartal auf der Agenda. "Sollte es zu einer Abwärtsrevision kommen, dürften die Spreads deutlich anziehen", erwartet ein Händler. Im gleichen Atemzug dürfte der Euro unter Druck geraten, was den Aktienmarkt belasten dürfte.
Am Dienstag bereits waren die Risikoaufschläge von Portugal zu deutschen Anleihen auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Auch die irischen Aufschläge zogen deutlich an. Daneben stehen die Industrieproduktionen in Spanien und Großbritannien im Blick. Am Abend dürfte der Markt dann den Fokus auf den Konjunkturbericht "Beige Book" der US-Notenbank lenken.
Vorbörslich fallen Infineon um 1,1% zurück, nachdem UBS den Halbleitersektor abgestuft hat. Deutsche Bank und Daimler werden je 0,7% niedriger gestellt. Auf der anderen Seite ziehen Thyssen um 0,9% an, nachdem Rio Tinto niedrigere Eisenerzpreis für den japanischen Konzern Kobe Steel ausgehandelt hat. Klöckner & Co steigen um 1%, nachdem Goldman Sachs die Aktien mit Kauf und einem Kursziel von 26 EUR auf die Kaufliste genommen hat.
-Von Herbert Rude, Dow Jones Newswires, +49(0)69-29725217, herbert.rude@dowjones.com DJG/hru/gos
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