FRANKFURT (Dow Jones) - Weiter von fehlendem Vertrauen gekennzeichnet sollte der deutsche Aktienmarkt mit leichten Verlusten in den Freitag starten. Bereits am Vortag schmolzen die Kursgewinne des DAX trotz unter dem Strich sehr guter Quartalszahlen der heimischen Unternehmen zunächst zusammen, im späten Geschäft drehte der Leitindex dann sogar ins Minus.
Die Deutsche Bank indiziert den DAX um 8.18 Uhr mit 6.128 Punkten, einem Minus von 0,1% gegenüber dem Schlusskurs des Donnerstag. Händler verweisen auf die schwachen Vorgaben aus Asien sowie Vorsicht im Vorfeld der für den Nachmittag avisierten US-Konjunkturdaten. Auf dem Programm steht unter anderem das BIP für das zweite Quartal. Volkswirte rechnen im Mittel ihrer Prognosen mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung um annualisert 2,7% gegenüber den vorangegangenen drei Monaten.
Damit würde die größte Volkswirtschaft der Welt weit hinter den zuvor für dieses Erholungsstadium üblichen Expansionsraten zurückbleiben. Darüber hinaus wird die zweite Veröffentlichung des von der Universität Michigan ermittelten Verbrauchervertrauens für Juli erwartet. Hier lautet der Ökonomenkonsens auf 67,2 Punkte nach 66,5 Punkten anlässlich der ersten Umfrage.
Charttechnisch hat sich zuletzt das Niveau um 6.200 Punkte als heftiger Widerstand für den deutschen Leitindex erwiesen, Unterstützung findet sich im Bereich von 6.100 Punkten.
Im vorbörslichen Geschäft fallen unter anderem HeidelbergCement auf, die beim Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz 0,4% leichter gestellt werden. Die Zahlen des Baustoffherstellers für das zweite Quartal seien lediglich gemischt ausgefallen, heißt es im Handel. "Das wird nicht ausreichen, um ein Auslaufen der Kurserholung zu verhindern", sagt ein Marktteilnehmer.
Wacker Chemie werden 1,4% fester getaxt. Nach dem Geschäftsverlauf im zweiten Quartal hat das Unternehmen den Umsatz- und Gewinnausblick für das Gesamtjahr angehoben. Allerdings hätten viele Marktteilnehmer gute Zahlen erwartet, sagt ein Händler. Der Kurs stehe nun "auf des Messers Schneide".
Für GEA geht es bei Lang & Schwarz hingegen 3,6% nach unten. Der nach den Zahlen zum zweiten Quartal lediglich bestätigte Ausblick reiche im derzeitigen Umfeld kaum für eine Outperformance, so ein Marktteilnehmer.
Conergy werden 15% fester gestellt. Die Banken haben die per 31. Juli 2010 fälligen Kredite des Solarunternehmens verlängert.
DJG/jej/ros
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