FRANKFURT (Dow Jones) - Mit einem etwas leichteren Handelsstart am deutschen Aktienmarkt rechnen Marktteilnehmer am Donnerstag. Der DAX wird vorbörslich 0,3% oder 20 Punkte niedriger errechnet mit 6.144 Punkten. Die Vorlagen aus Asien seien moderat positiv, im Eröffnungsgeschäft könnte der DAX allerdings etwas abbröckeln, da der US-Markt im späten Geschäft etwas nachgegeben habe, heißt es. Auch der leicht nachgebende Euro könnte die Stimmung etwas dämpfen. Charttechnisch ist der DAX bei 6.080 Punkten unterstützt, Widerstände liegen im Bereich 6.180/200 Punkte.
"Generell sollte das neue Beige Book die Stimmung aber stützen", glaubt ein weiterer Marktteilnehmer. "Das Wirtschaftswachstum verlangsamt sich zwar, speziell an der Ostküste, ein Rückfall in die Rezession ist aber nicht in Sicht", ergänzt er mit Blick auf den am Vorabend veröffentlichten Konjunkturbericht der US-Notenbank.
Für neue Impulse könnten im Tagesverlauf anstehende Auktionen von Schuldtiteln Irlands und Ungarns sorgen. "Das ist vor dem Hintergrund der wieder erstarkten Sorge um die Haushaltsdefizite derzeit eines der großen Themen, auf die der Markt schaut", heißt es im Handel.
Darüber hinaus steht die geldpolitische Entscheidung Bank of England auf der Agenda. Die jüngsten makroökonomischen Daten von den Inseln waren zwar alles andere als gut, gleichzeitig aber dennoch weit von Signalen für einen konjunkturellen "Double Dip" entfernt. Beobachter rechnen daher damit, dass die Währungshüter das Leitzinsniveau von 0,5% bestätigen werden. Am Nachmittag folgen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe aus den USA, die US-Handelsbilanz und die wöchentlichen Öllagerbestände.
Gewinnmitnahmen halten Marktteilnehmer bei den deutschen Versorgern für möglich. Zeitungsberichten zufolge belastet der Atomkompromiss die Versorger stärker als bisher bekannt, denn die Beiträge zur Förderung erneuerbarer Energien seien an Gewinnentwicklung und Inflationsrate gekoppelt. "Die Phase der Underperformance ist vermutlich nicht vorbei", so ein Marktteilnehmer dazu. "Die große Gefahr besteht darin, dass eine künftige Bundesregierung die Laufzeitenverlängerung zurücknimmt, die finanziellen Belastungen aber nicht oder nur teilweise", meint Heino Ruland von Ruland Research. E.ON und RWE tendieren vorbörslich kaum verändert.
Mit guten Vorlagen aus den USA stehen Banken im Blick des Markts. "Mehr als eine kurze Erholung der Branchenkurse ist aber noch nicht zu erwarten", meint ein Händler. Er verweist auf die drohende Belastung durch höhere Eigenkapitalanforderungen durch "Basel III". Zu den deutschen Banken meint er, die Deutsche Bank könnte mit den Anforderungen vergleichsweise gut klar kommen. Bei der Commerzbank sei es dagegen fraglich, ob sie ohne Kapitalerhöhungen die Anforderungen schaffe. Beide Banken werden mit dem Gesamtmarkt etwas schwächer indiziert.
Gute Chancen auf neue Jahreshochs bei BMW sehen Händler, nachdem am Markt bereits in den vergangenen Tagen Positionen aufgebaut worden sind. Nun warte der Markt im Handelsverlauf auf die neuen Absatzzahlen. "Sollten sie gut ausfallen, sind neue Hochs über 45,38 EUR drin", so ein Händler. Auch BMW geben leicht nach.
Die Aufnahme von Beiersdorf, Merck und VW in den DivDAX könnte deren Kurse stützen. Die drei Titel verdrängen in dem Index dividendenstarker Werte am Abend des 17. September MAN, Thyssen sowie K+S.
DJG/thl/gos
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