XETRA-VORBERICHT/China-Daten dürften DAX zur Eröffnung belasten

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Biotech & Pharma News | Datum: 10.08.2010

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FRANKFURT (Dow Jones) - Nach dem kräftigen Schluck aus der Pulle am Vortag sollte der deutsche Aktienmarkt Händlern zufolge mit leichten Kursverlusten in den Dienstag starten. Bis 8.08 Uhr wird der DAX bei 6.328 Punkten indiziert nach einem Schluss von 6.352. Neben der Unsicherheit im Vorfeld der für den Abend avisierten geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve dürften vor allem die schwachen Vorgaben aus Asien belasten. Dort leiden die Börsen unter enttäuschenden Handelsdaten aus China.

Die Wachstumsdynamik der Importe hat sich im Juli auf ein Plus von 22,7% gegenüber dem Vorjahr von einer Zunahme um 34,1% binnen Jahresfrist im Vormonat abgeschwächt. Ökonomen hatten im Mittel ihrer Prognosen für Juli einen Anstieg um 30,2% gegenüber dem Vorjahr erwartet.

Die US-Notenbank wird am Abend zum Abschluss ihrer dieses Mal nur eintägigen Beratungen über ihren geldpolitischen Kurs entscheiden. Dass die Währungshüter um Federal-Reserve-Chairman Ben Bernanke den Leitzinskorridor von 0,00% bis 0,25% bestätigen werden, gilt dabei als ausgemachte Sache. Allerdings sind angesichts der zuletzt unerwartet schwachen Daten zum Wirtschaftswachstum und zum Arbeitsmarkt in den USA Spekulationen aufgekommen, die Federal Reserve könne - wenn auch in abgeschwächter Form - zu ihren quantitativen Lockerungen zurückkehren.

Als besonders "heiß" gilt dabei die Wette auf die Reinvestition der Einnahmen aus fälligen hypothekenbesicherten Wertpapieren. Die belaufen sich nach Berechnungen der Commerzbank in den kommenden zwölf Monaten allerdings lediglich auf rund 50 Mrd USD, was angesichts der ins Stocken zu geraten drohenden Erholung der größten Volkswirtschaft der Welt nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein sein würde.

Die für den Nachmittag angekündigten übrigen Konjunkturdaten aus den USA dürften vor diesem Hintergrund von den Börsianern geflissentlich ignoriert werden. Auf dem Programm stehen unter anderem die Produktivität und die Lohnstückkosten im zweiten Quartal sowie die Umsätze und Lagerbestände des Großhandels im Juni.

Charttechnisch bedeuten die 6.341 Punkte laut Staud Research weiter eine bedeutende Bremsmarke für den DAX. Widerstand findet sich oberhalb dieses Bereichs um 6.387 Punkte. Unterstützt sieht das Haus den Leitindex um 6.105 Punkte.

Der Sektor der Rohstoffproduzenten, zu denen auch die Stahlhersteller zählen, dürfte am stärksten unter den schwachen Importdaten aus China leiden, vermutet Cameron Peacock von IG Markets in Melbourne. "Eine geringere Inlandsnachfrage bedeutet weniger Nachfrage nach Rohstoffen und dies wiederum nachgebende Preise", erläutert der Marktanalyst. Vor Eröffnung werden ThyssenKrupp bei Lang & Schwarz mit einem Abschlag von 0,4% indiziert. Allerdings könnte eine Kaufempfehlung durch UBS im weiteren Verlauf stützen.

Im Versorgersektor könnte es derweil zu Umschichtungen kommen. JPM hat RWE auf "Underweight" gesenkt und zugleich das Kursziel von E.ON auf 28,50 EUR von 30 EUR gesenkt. Zugleich haben die Analysten allerdings Iberdrola auf "Overweight" erhöht, was Anpassungen in den Portfolios institutioneller Anleger auslösen könnte.

Als durchwachsen werden im Handel die Zahlen von Hannover Rück für das zweite Quartal eingestuft. "Angesichts des wohl eher schwächeren Gesamtmarkts und der zuvor bereits guten Wertentwicklung sollte die Aktie daher leicht im Minus eröffnen", sagt ein Händler.

Von guten Quartalszahlen von Symrise spricht ein Händler. "Dass Symrise das ohnehin schon ungewöhnlich gute erste Quartal bei Umsatz und EBITDA nochmals überbieten könnte, damit haben sicher nur wenige gerechnet", sagt der Händler. Die Marge sei um einen Prozentpunkt auf 22,3% gestiegen und habe damit die Analystenschätzungen um ein Vielfaches übertroffen. Symrise gewinnen leicht um 0,3%.

Die Zahlen von Gagfah zum zweiten Quartal dürften nach Einschätzung eines Händlers belasten. Besonders sauer stößt Marktteilnehmern dabei die auf 0,10 EUR je Aktie halbierte Dividende auf. "Kleinere Häuser hatten zwar eine Kürzung erwartet, eine ganze Reihe größerer Häuser hat aber mit einer stabilen Ausschüttung gerechnet", sagt ein Marktteilnehmer. Vorbörslich gibt die Aktie fast 5% nach.

Unter Druck dürften auch Qiagen nach dem Ausweis ihrer Quartalszahlen geraten. Sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis des Unternehmens im zweiten Quartal lägen unter den Konsensprognosen. Den Ausblick habe Qiagen hingegen "erwartungsgemäß" bestätigt. Die Aktie wird bei Lang & Schwarz 1,2% schwächer gestellt. Nach dem starken Kursverfall von Mitte Juni bis Ende Juli sei aber nicht mehr mit starken Kursverlusten zu rechnen.

Nach der Anhebung der Jahresziele gewinnen Jenoptik 3,7% vor Eröffnung. Die Anleger dürften aber keine Kursrakete zünden, glaubt ein Händler. "Seit Mitte Juli hat die Aktie um rund 16% zugelegt, und die Konsensschätzungen für 2010 liegen bereits nahe an den gestern veröffentlichten Prognosen", heißt es zur Begründung.

DJG/mpt/raz

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Bild: ©Börse Stuttgart

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