XETRA-SCHLUSS/Etwas fester - Versorger- und Stahl-Aktien gesucht

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Marktberichte (Trackbox: Intraday Marktkommentierung) | Datum: 06.09.2010

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FRANKFURT (Dow Jones) - Etwas fester ist der deutsche Aktienmarkt am Montag aus dem Handel gegangen. Angesichts geschlossener Börsen in den USA äußerten sich Händler zufrieden mit dem Ergebnis. Dort kamen angesichts des "Labor Day" keine Impulse von der Wall Street. Außer den Versorgerwerten mit der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke lagen auch keine bewegenden Unternehmensnachrichten vor. Der DAX stieg um 0,3% oder 20 auf 6.155 Punkte. Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 58,9 (Vortag: 92,2) Mio Aktien im Wert von rund 1,79 (Vortag: 2,81) Mrd EUR.

Nach dem Feuerwerk an wichtigen US-Konjunkturdaten in der vergangenen Woche ist die Agenda der makroökonomischen Kennziffern auch im weiteren Wochenverlauf eher spärlich bestückt. Aus charttechnischer Perspektive trifft der Leitindex in den Bereichen von 6.250 und 6.342 Punkten auf Widerstand. Unterstützt ist er auf den Niveaus von 6.094 und 6.060 Zählern.

Hauptgesprächsthema unter Börsianern waren die Versorger-Aktien nach dem "Atomkompromiss" vom Wochenende. Durchschnittlich sollen die Reaktoren demnach zwölf Jahre länger am Netz bleiben. Die Einigung sieht auch vor, dass die Betreiber von Atomkraftwerken einen Teil ihrer Zusatzgewinne für den Ausbau erneuerbarer Energien abführen sollen. Die Laufzeitverlängerung von zwölf Jahren wurde am Markt positiv gewertet. "Damit sind viele Risiken aus den Aktien, die auch reine Dividenanleger von einer Investition abgehalten haben", sagte ein Händler. Die Versorgerpapiere legten darauf deutlich zu, wurden am Nachmittag aber von Unternehmensaussagen gebremst. So erwartet die EnBW, dass über die Hälfte der Zusatzgewinne abgeschöpft wird. E.ON legten um 1,8% zu auf 23,34 EUR, RWE um 1,8% auf 54,21 EUR.

Im Blick standen auch die Stahl-Aktien dank Preiserhöhungen im Sektor. So verteuert ThyssenKrupp die Preise um 30 EUR je Tonne. Auch Arcelor Mittal bestätigte, sie ab Oktober erhöhen zu wollen. Thyssen-Aktien stiegen um 1% auf 22,78 EUR, Salzgitter im MDAX um 1,4% auf 50,86 EUR und Klöckner & Co um 2% auf 16,43 EUR. Finanztitel zeigten sich weiter gut nachgefragt. So stiegen Commerzbank um 1,4% auf 6,47 EUR, Deutsche Bank um 0,3% auf 50,16 EUR und Deutsche Börse um 2,1% auf 50,16 EUR.

Bei den Automobiltiteln dominierten die Gewinnmitnahmen. BMW gaben 0,1% ab und Daimler 1%. Nur VW schafften einen Anstieg um 0,4% auf 83,14 EUR, nachdem die Citigroup das Kursziel auf 92 nach 80 EUR und die Einstufung auf "Kaufen" erhöht hatte. Gesucht waren auch die lange vernachlässigten Titel der Fresenius-Familie, die zuvor unter der Umschichtung in konjunktursensitive Aktien gelitten hatten. FMC und Fresenius stiegen beide um je 1,4%.

Wenig verändert bei überwiegend geringen Umsätzen zeigten sich auch die deutschen Nebenwerte. In MDAX und TecDAX gab es kaum umsatzgestützte Kursbewegungen. Im MDAX standen neben den Stahlwerten Sky Deutschland im Fokus. Die Titel legten um 3,7% auf 0,96 EUR zu, nachdem ihr Verbleib im MDAX gesichert ist. News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist an Sky Deutschland derzeit mit 45,42% beteiligt. Umgekehrt verloren Bauer 1,6% auf 33,02 EUR. Das Papier des Tiefbau-Unternehmens muss den MDAX verlassen.

Im TecDAX setzten QSC mit 5,6% Plus auf 1,69 EUR ihre Rally fort, nachdem sie vergangene Woche in das Musterdepot einer Anlegerzeitschrift aufgenommen worden waren.

DJG/mod/flf

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Bild: ©iStockphoto.com

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