Windstromförderung bisher am effizientesten

Kategorie: Klimawandel & Investment | Datum: 05.05.2010

Köln (BoerseGo.de) – Die Förderung von Windkraft ist bisher wirtschaftlicher als die der Sonnenenergie. Das geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor. „Die Wirtschaftsförderung, die im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) fließt, ist bei der Windkraft am effizientesten, weil sie die höchsten privaten Investitionen nach sich zieht“, teilt das IW Köln. Gar keinen positiven Effekt habe hingegen die Unterstützung der Photovoltaik. „So löste 1 Euro, der in der EEG-Förderung für Windräder aufgewandt wird, im Jahr 2007 je nach erwarteter Strompreisentwicklung 1,70 Euro beziehungsweise 2,60 Euro zusätzliche private Investitionen aus“, heißt es in der Studie. Damit schneide die Windkraftförderung sogar besser ab als manche traditionelle Form der Wirtschaftsförderung. Die EEG-Vergütung für Strom aus Photovoltaikanlagen war dagegen den Angaben zufolge über die Laufzeit der Anlage gerechnet höher als die gesamten Investitionen. Allein schon aus diesem Grund sei die geplante Kürzung der Solarförderung sinnvoll.

Das EEG fördert seit 2000 die Stromerzeugung aus regenerativen Energien – also mittels Wasserkraft, Biomasse, Windund Sonnenenergie, Geothermie, sogar durch Klär- und Grubengas. Das EEG garantiert jedem Betreiber, der seinen Öko-Strom in das öffentliche Netz einspeist, feste und konstante Vergütungssätze – und zwar für einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren. Diese Sätze sinken jährlich und wurden im Rahmen zweier Novellen angepasst. „Dennoch liegen sie weit über dem normalen Herstellerpreis. Die Vergütung für eine Kilowattstunde Sonnenstrom zum Beispiel, die aus einer im Jahr 2010 in Betrieb genommenen Anlage stammt, beträgt derzeit 39,57 Cent, das ist das Sechsfache des üblichen Strompreises“, teilt das IW Köln weiter mit. Die Netzbetreiber, die den regenerativ erzeugten Strom von den Herstellern qua Gesetz abnehmen müssen, kämen für die Einspeisevergütung allerdings nicht selbst auf, sondern wälzten die Kosten auf alle Stromkunden ab. Ein Vier-Personen-Haushalt zum Beispiel zahle derzeit über diese Umlage im Schnitt 100 Euro jährlich für erneuerbare Energien.

Ziel des EEG sei es, den Anteil an erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung zu steigern. Derzeit stammen den Angaben zufolge 16 Prozent der Elektrizität in Deutschland aus grünen Quellen, im Jahr 2020 sollen es mindestens 30 Prozent sein. Zwischen 2000 und 2009 wurden über das EEG rund 48 Milliarden Euro für Öko-Strom ausgegeben.

Bild: ©iStockphoto.com/james steidl

Diskussion zu diesem Artikel:

Über den Autor:

Michaela Sprenger,
Redakteur

NEUE Umfrage

Laut Hedge-Fonds-Legende George Soros geht die in der Schuldenkrise von der EU verordnete Sparpolitik genau in die falsche Richtung. Führt Angela Merkel die Eurozone in eine Depression?


(Ergebnis anzeigen)

zum Umfrage-Archiv

  • Kursdaten: L&S Realtime - Börse Stuttgart + 15 Min. -
    Deutsche Börse AG + 15 Min.
  • provided by Teletrader Software AG & vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste AG
  • The Dow Jones IndexesSM are proprietary to and distributed by Dow Jones & Company, Inc. and have been licensed for use.
  • For the Terms and Conditions of Use of the Dow Jones IndexesSM please see here