Wenn die Regierung mal Gas gibt

Kategorie: Klimawandel & Investment | Derivate Radar | Datum: 11.03.2010

München (BoerseGo.de) - Seit August 2009 existiert der „Nationale Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung“. Das klingt pompös und irgendwie ist es das auch. „Mit den Zielen des Konjunkturpakets II sind wichtige Meilensteine auf dem Weg Deutschlands zum Leitmarkt für Elektromobilität verbunden“, heißt es in dem Regierungspapier. Die Bundesregierung stelle im Rahmen des Konjunkturpakets II 500 Millionen Euro zur Verfügung. Diese Summe solle „im Wesentlichen dem gesamten Thema Elektromobilität“ nutzen.  Das bedeutet, das folgendes gebraucht wird:  Zell- und Batterieentwickler, Stromnetze, Zulieferer für Elektrofahrzeuge, Batterierecycling und Energie. Letztere soll erneuerbar sein. Schließlich will man ja auch CO2 sparen. Ein weiterer wichtiger Punkt heißt Netzintegration. Dabei geht es darum, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Batterien des Fahrzeuges aufgeladen werden. Mittlerweile gibt es in Deutschland auch schon die ersten Testregionen für Elektro-Autos. Eine davon ist zum Beispiel in Köln. Elektroautos werden übrigens auch von der amerikanischen Regierung gefördert. Die Hersteller erhalten dort einen günstigen Kredit aus einem 25-Milliarden-Euro-Topf, wie die Financial Times im Juni 2009 berichtete.

„Elektromobilität ist dabei, sich zur dominanten Technologie zu entwickeln. Die Kundenakzeptanz steigt, neue Batterien erlauben akzeptable Reichweiten, die EU übt mit ihren CO2-Richtlinien Druck auf die Fahrzeughersteller aus und neue Marktakteure beleben den Wettbewerb“, teilt Alexander Kainer, Senior Projektmanager im Wiener Büro des Unternehmensberaters Roland Berger, mit. Elektrofahrzeuge würden inzwischen von einigen Kunden als Entlastung für Umwelt und Geldbörse gesehen. 2020 könnten Elektroautos um 20 Prozent günstiger sein als herkömmliche Fahrzeuge. Außerdem könnten sie dann gemeinsam mit Hybridfahrzeugen einen Marktanteil von knapp 25 Prozent erzielen.  Die Chancen für einen Durchbruch der Elektromobilität hätten sich durch technische Innovationen, steigende Kundenakzeptanz, neue Akteure am Markt sowie durch die geschaffenen politischen Rahmenbedingungen verbessert.

 Es gibt derzeit zwei Zertifikate am Markt, die diesen Trend für den Anleger investierbar machen. Das eine ist das Electric Mobility Basket-Zertifikat (WKN: SG1LD3) der Société Générale. Der Nachteil: Das Zertifikat läuft am 18.03.2011 aus. Das Risiko: Der zu Grunde liegende Aktienkorb besteht aus vier Werten. Das sind die Titel des Lithium-Ionen-Akku-Herstellers Saaft Group, des Elektroautobauers BYD Company, des Elektronikkonzerns Sanyo und des Lithiumproduzenten Sociedad Quimica y Minera de Chile. „Die Fokussierung auf ein Thema und nur vier Titel birgt zwar auch Risiken, falls sich die Branche in den kommenden Jahren aber wie erwartet entwickelt, haben Anleger dadurch die Chance aus sehr attraktive Renditen“, sagt Société-Générale Zertifikateexperte Sebastian Bleser. Die Zielsetzung sei bewusst gewesen, ein einfaches Zertifikat mit kurzer Vorlaufzeit aufzulegen, „welches jetzt den aktuellen Trend spielt. Daher auch die Laufzeitbegrenzung“. Sollte Roland Berger Recht behalten, dann geht der Boom aber erst 2020 richtig los und da ist dieses Zertifikat schon Geschichte. Denn in etwa einem Jahr läuft es aus. Dieses Produkt ist nicht währungsgesichert. 85 Prozent der Bruttodividenden der zu Grunde liegenden Aktien fließen in die Performance ein. Außerdem werden pro Jahr 0,5 Prozent Managementgebühr fällig.

Das andere Zertifikat heißt S-BOX E-Power Automobil Performance-Index Zertifikat (WKN:  DB3TXQ) und kommt von der Deutschen Bank.  Seit August 2008 können Anleger damit an der Kursentwicklung von Unternehmen partizipieren, die auf die zukunftsträchtige Antriebstechnologien setzen. Die Laufzeit ist unbegrenzt. Der zugrunde liegende Index enthält die nach Börsenwert maximal 15 größten internationalen Unternehmen, die Antriebe für das Auto mobil fernab des klassischen Ottomotors entwickeln und/oder dazu gehörige Produkte herstellen.Dazu gehören auf mittlere Sicht vor allem Elektromotoren und auf lange Sicht Brennstoffzellen. Ein Wert kann im Index mit maximal 15 Prozent gewichtet werden. Die aktuelle Zusammensetzung veröffentlicht Structured Solutions auf seiner Internetseite.  Für das Zertifikat wird eine Managementgebühr von 0,125 Prozent pro Monat fällig, was 1,5 Prozent pro Jahr entspricht.

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Bild: ©www.flickr.com/Strange Ones

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Über den Autor:

Michaela Sprenger,
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