Welt: OECD-Frühindikatoren signalisieren eine zunehmende globale Konjunkturdynamik

Kategorie: Fonds Newscenter | z externer Content Analyse Konjunktur | Datum: 10.04.2012

1. Die Weltwirtschaft scheint in eine neue Phase weit überdurchschnittlichen Wachstums getreten zu sein. Zumindest deuten dies die von der OECD berechneten Frühindikatoren an. Der Gesamtindikator für die OECD, der Composite Leading Indicator, ist aber mit einem monatlichen Zuwachs um 0,2 % im Februar nicht überragend stark angestiegen. Wir hatten sogar mit einem monatlichen Anstieg um 0,5 % gerechnet. Allerdings wurde von der OECD eine methodische Umstellung vorgenommen. Bislang sollten die Frühindikatoren die Entwicklung der Industrieproduktion vorzeichnen. Nun wird auf das Bruttoinlandsprodukt abgestellt. Dies hat teilweise erhebliche Revisionen der einzelnen Länderindikatoren zur Folge. Zudem ist die Schwankungsanfälligkeit der neuen Indikatoren geringer, sodass der gemeldete Februaranstieg durchaus zu unseren Erwartungen passt. Im Zuge der Neuberechnung wurde die Jahresveränderungsrate des Frühindikators deutlich angehoben und betrug im Februar +0,3 %. Wir hatten mit einem Rückgang um 1,2 % gerechnet.

2. Die globale Stärke wird erst dann beeindruckend, wenn man die weiteren Frühindikatoren verschiedener Schwellenländer mit berücksichtigt. Fasst man die Frühindikatoren der Schwellenländer zu einem Indikator zusammen, dann stieg dieser zum zweiten Mal in Folge überaus kräftig um 1,0 % mom an. Blendet man die Anfangsphase des aktuellen Aufschwungs aus, dann sind solch hohe monatliche Zuwächse für die Schwellenländer in den vergangenen Jahrzehnten nicht erreicht worden. Durchaus kräftig aber weitaus weniger fulminant ist der Frühindikator der Industrieländer um 0,2 % gegenüber dem Vormonat angestiegen. Fasst man die Frühindikatoren aller Länder zusammen, dann stieg der von uns berechnete Frühindikator für die Weltwirtschaft im Februar um 0,6 % an.2 Dies ist der stärkste Zuwachs seit November 2009 und signalisiert für sich genommen eine globale Boomphase.

3. Anhand unseres Quadranten-Schemas zeigt sich, dass die Anzahl der Problemländer ebenfalls nicht auf eine unmittelbare globale Krisensituation hindeutet. Auch die Neuberechnung der Frühindikatoren hat nichts daran geändert, dass es fast ausschließlich in Euroland Problemländer gibt. So hat sich ausschließlich noch in Schweden der Frühindikator gegenüber dem Vormonat verschlechtert. Fasst man die Frühindikatoren der PIIGS-Länder zusammen, dann ist dieser Indikator um 0,1 % mom knapp gesunken. Für Euroland insgesamt deuten die Frühindikatoren auf eine langsame Erholung hin. Dies liegt unter anderem an einer fortgesetzten Verbesserung des Frühindikators für Deutschland. Bemerkenswert ist die Entwicklung des Frühindikators für China. Hier machte sich die neue Berechnung des Indikators besonders bemerkbar. In den vergangenen Monaten deutete dieser Frühindikator eine krisenhafte Entwicklung in China an. Die jetzt vorliegende Neuberechnung des Frühindikators signalisiert nun sogar eine erhebliche Zunahme der wirtschaftlichen Dynamik und ist zudem maßgeblich für die sehr
starke Entwicklung des globalen Frühindikators verantwortlich.

4. Die Neuberechnung der Frühindikatoren der OECD erschwert ihre Interpretation. Erste Vergleiche mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Entwicklung deuten auf globaler Ebene weiterhin einen Vorlauf des Frühindikators von ca. 3 Monaten an. Zudem ist der Zusammenhang mit dem globalen Bruttoinlandsprodukt nun höher. Allerdings scheint es so, als ob die Frühindikatoren der OECD in den vergangenen Monaten die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung etwas unterzeichnet haben. Einen Revisionsbedarf für unsere globale Wachstumseinschätzung würde sich erst dann andeuten, wenn der globale der Frühindikator seine monatliche Wachstumsdynamik von 0,6 % mom in den kommenden Monaten fortsetzen sollte.

Quelle: DekaBank

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