Hamburg (BoerseGo.de) - In China deuten die Zeichen für die nächsten Monate weiter auf einen moderaten Abschwung hin, gleich wenn die Gefahr für eine harte Landung wieder etwas weniger wahrscheinlich geworden ist. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten von der österreichischen Fondsgesellschaft Raiffeisen Capital Management in einem aktuellen Marktkommentar zu den globalen Emerging Markets. Zu dem moderaten Abschwung in China trage nach Auffassung der Experten nicht nur die Abschwächung der internationalen Konjunktur, sondern auch die restriktive Geldpolitik der letzten Monate bei. "Geldpolitisch könnte daher um die Jahreswende bereits erneut mit einer Lockerung bei den Mindestreserven bzw. bei den Kreditkontrollen gerechnet werden", heißt es in dem aktuellen Kapitalmarktbericht.
In Indien wird der Zinsanhebungszyklus indes fürs Erste als beendet betrachtet. Das internationale Konjunktur- und Kapitalmarktszenario spreche allerdings auch in Indien vorerst gegen eine nachhaltige Trendwende. "Solange bei den Investoren die Risikobereitschaft niedrig bleibt, dürfte nur ein relativ geringes Aufwärtspotenzial bestehen", heißt es weiter. Auch in Brasilien müssen die Wachstumserwartungen nach unten korrigiert werden, auch wenn der brasilianische Aktienmarkt im Oktober mit einem Plus von 14 Prozent zu den stärksten Emerging Markets zähle.
In Russland sehen die Experten derzeit eine an Dynamik verlierende wirtschaftliche Erholung. "Wie es weitergeht, hängt nicht zuletzt am Ölpreis", kommentiert Raiffeisen Capital Management. In der Türkei bleibe indes das hohe Leistungsbilanzdefizit die größte Herausforderung. "Trotz verschiedener Maßnahmen ist bisher ein nachhaltiger Rückgang des Handelsbilanzdefizits ausgeblieben. Auf der anderen Seite steigt der Inflationsdruck durch höhere Importpreise, so dass die Zentralbank mittlerweile die Rhetorik in Richtung währungsstärkender Maßnahmen verändert hat", heißt es abschließend.
Sebastian Weber,
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