Frankfurt (BoerseGo.de) - Die jüngste Konjunkturabschwächung könnte sich zu Beginn des Jahres 2012 besonders in Europa noch weiter verstärken. Zu dieser Einschätzung kommen die Experten der Schweizer Private-Banking-Gruppe Julius Bär in einem aktuellen Marktkommentar. Demnach glaube die Experten von Julius Bär nicht, dass 2012 ein Ende der europäischen Staatsschuldenkrise bringen wird. "Die eingeschlagene politische Richtung macht auch nach der so genannten dritten umfassenden Lösung des Eurogipfels eine schnelle Überwindung der Krise unwahrscheinlich", heißt es in dem aktuellen Kommentar. Länder wie Spanien, Italien und kleinere Staaten, die nun in einer neuen Welt mit strikter fiskalpolitischer Konsolidierungspolitik zurechtkommen müssen, dürften erneut in eine Rezession abgleiten. "Dennoch sollte die Eurozone trotz Konjunkturabschwächung in der ersten Jahreshälfte lediglich in eine Phase der Stagnation geraten und so einer weiteren Rezession knapp entkommen", so die Auffassung der Experten.
Insgesamt erwarten die Analysten von Julius Bär in 2012 einen Wachstumsrückgang der Weltwirtschaft auf 3,4 Prozent. Während die teilweise zu stark wachsende Entwicklungsländer, allen voran China, Indien und Brasilien, eine Überhitzung ihrer Wirtschaft verhindern können, kämpfen die Industrieländer weiterhin mit strukturellen Wachstumsproblemen. Aufgrund dieses Szenarios empfehlen die Experten eine Anlagepolitik, die tendenziell defensiv ausgerichtet ist. "Sichere Häfen dürften Investoren weiterhin in Staatsanleihen guter Schuldner, Gold im Sinne eines Papiergeldersatzes sowie auch in Rentenpapieren aus dem Unternehmensbereich außerhalb des Finanzwesens finden", schreiben die Experten. Langfristig orientierte Anleger sollten sich vor allem auf thematische Ansätze wie technologische Fortschritte im Rohstoffbereich, die zunehmende globale Bedeutung der Konsumenten in Schwellenländern sowie der politische Zyklus an den Börsen im Wahljahr 2012 konzentrieren. Diese Themen dürften sich als kalkulierbare Risiken in einem anspruchsvollen Anlageumfeld als attraktiv erweisen, heißt es abschließend.
Sebastian Weber,
Sie müssen sich erst anmelden, um Kommentare abgeben zu können. Login
Kommentare (0)
Einen Kommentar abgeben: