Warten auf Griechenland - Leichte Gewinnmitnahmen

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Marktberichte (Trackbox: Intraday Marktkommentierung) | Datum: 08.02. 18:05

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DJ XETRA-SCHLUSS/Warten auf Griechenland - Leichte Gewinnmitnahmen

FRANKFURT (Dow Jones) - Auch am Mittwoch war Griechenland das alles bestimmende Thema am deutschen Aktienmarkt. Die Hoffnung auf eine kurz bevorstehende Einigung hatte die Kurse im frühen Geschäft zunächst auf ein neues Jahreshoch bei 6.830 Punkten geführt. Am Nachmittag kam es dann aber zu Gewinnmitnahmen. Nach volatilem Verlauf ging der DAX schließlich mit einem Minus von 0,1 Prozent oder 5 auf 6.749 Punkten aus dem Handel.

"Da muss endlich mal geliefert werden", sagte ein frustrierter Händler. Einige Anleger würden langsam ungeduldig und zögen es vor, Kasse zu machen. Im frühen Geschäft hatten Meldungen, dass die EZB nun doch offenbar bereit ist, sich an einem Schuldenschnitt für Griechenland zu beteiligen, für gute Stimmung gesorgt. Die bisherige Weigerung der Notenbanker galt als eines der Haupthindernisse für eine Restrukturierung der Schulden.

Allerdings wird die EZB offenbar erst in der kommenden Woche eine endgültige Entscheidung treffen. Für Anleger, die auf glühenden Kohlen sitzen, eine lange Zeit. Derweil haben die Verhandlungen der griechischen Regierungsparteien über die von den internationalen Geldgebern geforderten Reformen und Einschnitte in das Sozialsysteme endlich begonnen.

Auf der Liste der Forderungen steht unter anderem eine Kürzung des Mindestlohns, eine Senkung der Zusatzrenten und die Entlassung von Staatsbediensteten. Die Zeit drängt, weil den privaten Gläubigern bis Mitte Februar ein Angebot zum Umtausch von Staatsanleihen vorgelegt werden muss. Griechenland braucht bis Mitte März neue Kredite, um auslaufende Schuldtitel ablösen zu können.

Gesucht waren vor diesem Hintergrund Bankenaktien. Sie wären die Hauptprofiteure einer Umschuldung Griechenlands und einer Auszahlung des 130 Milliarden schweren Rettungspakets. Deutsche Bank gewannen 1,5 Prozent auf 34,47 Euro. Commerzbank legten gar 7,6 Prozent auf 2,10 Euro zu. Die Aktie wurde zusätzlich gestützt von Spekulationen über eine rasche Integration der Tochter Eurohypo. Außerdem hat Goldman Sachs das Kursziel für die Aktie auf 2,20 von 1,70 Euro erhöht.

Deutsche Börsen setzten ihre Erholungsbewegung fort. Für das Papier ging es 3,2 Prozent auf 50 Euro nach oben. ThyssenKrupp gewannen 2 Prozent auf 22,83 Euro. Stahlwerte waren europaweit gesucht. Der Vortagesgeschäftsbericht von ArcelorMittal und hier insbesondere der Ausblick auf das laufende Jahr wurden positiv von den Investoren zur Kenntnis genommen. Salzgitter legten gar 4,1 Prozent auf 48,68 Euro zu, Klöckner zogen um 3,4 Prozent an.

Mit den Aktien von Deutz, Rheinmetall und Wacker Chemie waren weitere im MDAX geführte "Konjunkturzykliker" gesucht. Papiere von Heidelberger Druck stiegen um 0,3 Prozent auf 1,61 Euro. Der Hersteller von Druckmaschinen erhofft sich von der Branchenmesse Drupa im Mai steigende Auftragseingänge. Wegen Überkapazitäten in der Druckmaschinenbranche sind Heidelberger Druck seit Anfang 2011 um fast 60 Prozent gefallen.

Zu den größten Abgebern am deutschen Aktienmarkt zählten Gerresheimer, die 8,9 Prozent auf 33,24 Euro verloren. Sowohl der Umsatz als auch der operative Gewinn des Herstellers von Glasprodukten lagen im Geschäftsjahr 2010/2011 unter den Konsensprognosen der Analysten.

DJG/mpt/flf

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Bild: ©www.flickr.com/Marcelo Tourne

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