Wall Street mittags uneinheitlich - Konjunkturlage weiter diffus

Kategorie: Marktberichte | Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Datum: 30.07.2010

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NEW YORK (Dow Jones) - Die Notierungen an Wall Street erholen sich bis zum Freitagmittag (Ortszeit) deutlich von ihren Verlaufstief zu Handelsbeginn und präsentieren sich uneinheitlich. Im frühen Verlauf hatte der Markt zunächst mit stärkeren Abgaben auf enttäuschende BIP-Daten reagiert. Der besser als erwartet ausgefallene Chicago-Einkaufsmanagerindex sowie die leicht nach oben revidierte Verbraucherstimmung der Universität Michigan sorgen für die Erholungsbewegung.

Bis 18.55 Uhr verliert der Dow Jones Index für 30 Industriewerte (DJIA) 0,1% oder 15 Punkte auf 10.452, für den S&P-500 geht es 0,1% bzw 1 Zähler auf 1.100 talwärts und der Nasdaq-Composite steigt dagegen um 0,1% oder 3 Punkte auf 2.255. Die Analysten der Helaba sprechen mit Blick auf die BIP-Daten von insgesamt enttäuschenden Zahlen.

Diese verstärkten die Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft. Besonders der geringere Konsumzuwachs im zweiten Quartal sei ungünstig. Einzig erfreulich sei der gestiegene Zuwachs bei den Ausrüstungsinvestitionen. Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal um 2,4% gewachsen und damit etwas weniger als die erwarteten 2,5%. Zu den restlichen Daten heißt es von einer Volkswirtin: "Auch wenn sich mit Chicago ein regionaler Index gegen den Trend stellt, bleiben wir in Hinblick auf den ISM-Index am Montag vorsichtig eingestellt." Die Angaben zum Verbrauchervertrauen könnten, auch wenn sie nach oben revidiert worden seien, nicht über die deutliche Eintrübung hinwegtäuschen.

"Wir befinden uns in einer Übergangsphase. Anleger mit der Hoffnung auf eine deutliche Konjunkturbelebung werden mit den Fakten konfrontiert, die nicht gerade auf eine steile Erholung deuten. Daher werden Investoren nervös und der Grad ihrer Skepsis legt zu", sagt Portfoliomanager Barry James von James Advantage Funds. Die Datenlage liefere insgesamt kein einheitliches Bild und hinter der Verfassung der Konjunktur bleibe daher ein dickes Fragezeichen, ergänzt ein Händler.

Im Vergleich zu den Konjunkturzahlen nimmt die laufende Berichtssaison nur eine untergeordnete Rolle ein. Nachdem rund 300 Unternehmen aus dem S&P-500 ihre Berichte vorgelegt haben, ist die Saison für die meisten Anleger gelaufen und dürfte kaum noch Impulse setzen. Denn der allgemeine Trend ist klar: Die Erwartungen werden in der Regel erfüllt oder übererfüllt. Das scheint aber weitestgehend eingepreist zu sein.

Merck & Co verlieren 2,2% auf 34,20 USD und bilden das Schlusslicht unter den Standardwerten. Der US-Pharmakonzern hat im zweiten Quartal 2010 infolge der Belastungen nach der Übernahme des Wettbewerbers Schering-Plough und wegen schwacher Absätze bei wichtigen Medikamenten erneut einen Gewinneinbruch verbucht. Der Nettogewinn halbierte sich auf 752,4 Mio USD von 1,56 Mrd USD im Vorjahresquartal. Bereinigt um Sondereffekte fielen die Ergebnisse zwar über den Konsensschätzungen aus, die Aktie steht dennoch unter Druck, da die Umsatzseite die Erwartungen nicht ganz erfüllte.

Der Ölkonzern Chevron hat derweil im zweiten Quartal 2010 dank höherer Ölpreise und gestiegener Margen für Raffinerieprodukte einen Gewinnsprung im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Der Nettogewinn kletterte auf 5,41 (1,75) Mrd USD. Das Ergebnis je Aktie übertraf mit 2,70 (0,87) USD die Erwartung der Analysten deutlich. Sie waren zuletzt von 2,44 USD ausgegangen. Die Aktie verliert 0,7% auf 75,45 USD, Analysten zeigen sich mit der Umsatzentwicklung nicht einverstanden.

Dagegen halten im DJIA Boeing mit einem Aufschlag von 0,7% auf 67,66 USD, Bank of America mit einem Plus von 0,4% auf 14,09 USD und Verizon, die um 0,6% auf 29,04 USD zulegen.

DJG/DJN/flf

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Bild: ©iStockphoto.com/giacondadevito

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