WSJ: Telekom/AT&T erwägen JV statt T-Mobile-USA-Verkauf

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Datum: 01.12.2011

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New York (BoerseGo.de) – Nachdem die US-Behörden den Weg zu einem Verkauf der Telekom-Tochter T-Mobile USA an AT&T so gut wie verbaut haben, soll es nun einen Plan B geben. Wie die Zeitung „Wall Street Journal“ (WSJ) am Donnerstag schreibt, erwägen die beiden Telekommunikations-Konzerne stattdessen ein Joint Venture zu gründen.

Das WSJ beruft sich dabei auf eingeweihte Personen, die allerdings darauf verwiesen, dass der Plan noch nicht Spruchreif sei. Es sei weiterhin unklar, wie genau diese Zusammenarbeit aussehen solle. Schließlich müsste sie den Anforderungen den Behörden genügen, damit das JV auch genehmigt werde. Die Zeitung hat weder von der Deutschen Telekom noch von dem US-Unternehmen AT&T am späten Mittwochabend einen Kommentar zu der Sache bekommen.

Verkauf der Telekom-Tochter vom Tisch?

Der US-Telekommunikationskonzern und die Deutsche Telekom hatten im März des Jahres die Übernahme der Telekom-Tochter für 39 Milliarden Dollar in die Wege geleitet. Für beide wäre der Deal äußerst vorteilhaft: die Telekom würde das chronische Pleitegeschäft loswerden und AT&T würde die dringend benötigten zusätzlichen Frequenzen erhalten. Die US-Wettbewerbshüter waren jedoch von Anfang an skeptisch. Zuerst klagte das US-Justizministerium wegen Verletzung der Wettbewerbsregeln. Dann folgte der Widerstand der Telekommunikations-Aufsichtsbehörde FCC. Vergangene Woche zogen die Unternehmen den Genehmigungsantrag bei dem Telekommunikations-Regulierer vorerst zurück.

T-Mobile USA ist der drittgrößte Mobilfunk-Anbieter auf dem US-Markt. AT&T würde mit der Übernahme an der Nummer Eins Verizon klar vorbeiziehen. Sollte der Deal platzen, könnte sich die Deutsche Telekom aber wenigstens über eine Zahlung von 6 Milliarden Dollar in Form von Barem und Mobilfunk-Frequenzen von AT&T freuen. Die Amerikaner haben dafür schon mal 4 Milliarden Dollar zurückgestellt, denn ein Scheitern der Übernahme scheint immer wahrscheinlicher.

Im Jahr 2002 hatte der damalige Telekom-Chef Ron Sommer für den überhöhten Preis von 40 Milliarden Euro den US-Mobilfunkanbieter Voicestream übernommen – das heutige T-Mobile-USA-Geschäft. Doch diese hohe Schuldenhypothek vermieste schon einmal den Start. Es folgten sinkende Kundenzahlen wegen mangelnder Netzabdeckung. Zu guter Letzt kam noch hinzu, dass T-Mobile USA das iPhone nicht im Angebot hatte - AT&T hatte die Exklusivrechte von Apple erhalten.

Bild: ©flickr.com/Milica Sekulic

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