Vorsicht vor der Ruhe!
Kategorie: Anleihe-News | Datum: 09.02. 08:58
Auch heute bleibt es an der Datenfront eher ruhig, was aber nicht heißen soll, dass nichts geschieht. So könnten die Spreads nur auf die nächsten Neuigkeiten warten, und auch die Kurve ist zwischen 10 und 30 Jahren sehr volatil. Außerdem ist die Neuemissionspipeline gut gefüllt. Heute startet die US-Refinanzierung und kommen außerdem die ersten 3 - 4 Mrd. € der Eurozone-Emissionen an den Markt. Wir bleiben zunächst bei unserer Longposition im Bund Future.
Overnight News
• Fed-Mitglied Yellen sagte, die Politik der Fed sei für China wegen der Dollarbindung wahrscheinlich „übermäßig stimulierend“. Allerdings könne China seinen Wechselkurs anpassen, um die Inflationssorgen zu dämpfen.
• Fed-Mitglied Dudley forderte eine global harmonisierte Reform der aufsichtsrechtlichen Richtlinien. In Bezug auf das US-Finanzsystem sagte er, kleinere Banken stünden weiterhin unter Druck, was die Verfügbarkeit von Krediten für Haushalte und Kleinunternehmen weiter verringern könnte.
• Die UBS hat zum ersten Mal seit über einem Jahr einen Quartalsgewinn ausgewiesen; unterstützt wurde dieser von einer Erholung der Investmentbank.
• In Großbritannien übertraf der RICS-Hauspreissaldo im Januar mit einem Anstieg auf +32 die Erwartungen; allerdings gehen aus den Details der Umfrage deutliche regionale Unterschiede hervor.
• Aktien sind in den USA gesunken, haben sich im asiatischen Handel jedoch stabilisiert. US-Treasuries sind über Nacht relativ unverändert geblieben. Der EUR hat sich gegenüber dem USD etwas gefestigt und wieder 1,37 überschritten. Die Preise für Gold und Öl sind stabil.
Die Emissionsseite legt los!
Während der Datenkalender noch im Schlummer liegt, startet am heutigen Dienstag der Emissionsreigen – auf beiden Seiten des Atlantiks. So beginnt die US-Refinanzierungswoche mit neuen dreijährigen Notes im Volumen von 40 Mrd. US$. Außerdem werden heute von den Niederlanden und Österreich die ersten 3 - 4 Mrd. € der erwarteten 15,5 Mrd. € emittiert. Diese werden nach unserer Einschätzung jedoch kaum für viel Bewegung sorgen; bessere Hinweise darauf, wie es dieser Tage mit dem Appetit der Investoren auf Anleihen aussieht, erhalten wir im weiteren Wochenverlauf, wenn in den USA 30-jährige Papiere emittiert werden (Donnerstag) und Italien an den Markt kommt (Freitag). Bei den kürzeren Laufzeiten von weiterhin gut angesehenen Emittenten erwarten wir wenig Probleme.
Relative Value bei den zur Auktion anstehenden Anleihen? Seit der Ankündigung der AFFA, das zehnjährige Off-the-run-Papier RAGB 3,9% Jul-20 zusammen mit der fünfzehnjährigen On-the-run-Benchmark RAGB 4,85% Mrz-26 aufzustocken, hat die zehnjährige Anleihe gegenüber der DBR 3,5% Jul-19 um etwa 5 Bp. underperformt. Auf Asset- Swap-Basis liegt die Differenz mit zurzeit etwa 45 Bp. nahe an dem diesjährigen Hoch vom vergangenen Freitag. Nach diesem Extra-Zugeständnis sollte diese Anleihe die Hauptlast des kombinierten Emissionsvolumens von 1,65 Mrd. € tragen. Aber dennoch erwarten wir, dass sie reibungslos aufgenommen wird.
Nachdem sich die Swapkurve zwischen 10 und 30 Jahren in den letzten drei Handelstagen deutlich verflacht hat, haben Kassa-Anleihen am ultralangen Marktende gegenüber Swaps underperformt, was sie attraktiv erscheinen lässt. Das sollte sicherstellen, dass auch die Emissionen ultralanger Laufzeiten keine Probleme aufwerfen.
Mit Blick auf die Aufstockung der DSL 2,75% Jan-15 ist festzustellen, dass diese Anleihe letzte Woche gegenüber der DBR 3,75% Jan-15 um etwa 5 Bp. underperformt hat. Und angesichts unserer positiven Einstellung zu DSLs, nicht nur gegenüber Peripherieanleihen, sondern auch gegenüber Anleihen aus den Kernländern wie OATs/BTANs und RFGBs, bietet diese Aufstockung eine günstige Gelegenheit, Engagements in DSLs auszubauen.
Im Zweifel long bleiben
In Anbetracht all dessen erwarten wir, dass sich der Markt sogar heute – gemessen am Bund Future – um die aktuellen Niveaus herum etwas verhalten entwickeln könnte. Wir bleiben jedoch long, da wir das Risiko als hoch einschätzen, dass Bunds weiterhin das von verängstigten Euro- Investoren bevorzugte Anlageinstrument sind. Auch die technische Lage spricht weiterhin für diese Position! Nach dem Durchbruch durch die zuvor starken Widerstände bei etwa 123,60 und dem darauffolgenden Überschreiten der Marke von 124 drücken zehnjährigen Bunds in Richtung 3%, was etwa 125,50 entspricht. Der technische Ausblick erscheint weiterhin günstig und wir bleiben long!
Quelle: Commerzbank
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