DJ XETRA-FRÜH/Vor "Payrolls" steigt Gefahr von Gewinnmitnahmen
FRANKFURT - Kann der DAX vor dem Wochenende die Rally-Gewinne verteidigen? Oder nehmen Investoren Gewinne vom Tisch? Grund genug dafür hätten sie. Wer am Jahresbeginn 1.000 Euro in den DAX investiert hätte, dessen Einsatz wäre nun bereits 1.300 Euro wert. Eine Rendite, auf die es der DAX nur selten in einem ganzen Jahr bringt.
Hinzu kommt, dass am Nachmittag der konjunkturelle Höhepunkt der Woche ansteht. Das US-Arbeitsministerium veröffentlicht um 14.30 Uhr MEZ den Bericht zur Beschäftigung im Januar. „Payrolls" werden sie im Börsen-Jargon genannt. Die Zahlen sind einer der wichtigsten Impulsgeber für die weltweiten Finanzmärkte. Und somit für die Investoren ein nicht zu unterschätzendes Risiko.
Nachdem das Weihnachtsgeschäft den Arbeitsmarkt in den USA vorübergehend auf Touren gebracht hatte, dürfte das Jobwachstum im Januar wieder eine langsamere Gangart einschlagen. Volkswirte erwarten, dass die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Januar um 125.000 zugenommen hat. Im Dezember war die Beschäftigung um 200.000 Jobs gewachsen.
Ein Großteil der Wirtschaftsleistung in den USA hängt vom privaten Konsum ab. Die Kaufneigung der Verbraucher wiederum macht sich vor allem daran fest, wie sie ihre persönliche Arbeitsplatzsicherheit einschätzen. Ein robuster Arbeitsmarkt fördert also den privaten Verbrauch. Davon profitieren die Gewinne der Unternehmen. Und diese sind die entscheidende Stellschraube für die Aktienmärkte.
Im späten Aktienhandel an der Wall Street traten die Anleger bereits auf die Bremse. Und auch an den asiatischen Börsen hat man in den "Wait and see"-Modus geschaltet. Die europäischen Börsen dürften folglich zum Auftakt auf der Stelle treten. Broker berechnen den DAX wenige Punkte über dem Schlusskurs vom Donnerstag von 6.656 Punkten.
Sollten im Januar in den USA deutlich mehr Stellen geschaffen worden sein als erwartet, könnten die Börsen die Rally fortsetzen. Denn eine immer robustere US-Wirtschaft würde die konjunkturellen Risiken der Schuldenkrise in der Eurozone etwas abmildern.
Am deutschen Aktienmarkt ist es ruhig. Positive Analystenstimmengibt es zur Aktie von Sky Deutschland. Das Unternehmen hat am Donnerstag überraschend gute Geschäftsergebnisse veröffentlicht. Analysten nennen nun Kursziele knapp unter 3 Euro. Die Aktie schloss am Donnerstag mit einem Plus von fast 20 Prozent bei 2,26 Euro.
News Corp, der auch Dow Jones und damit diese Nachrichtenagentur gehört, ist an Sky Deutschland derzeit mit 49,9% beteiligt.
DJG/bek/raz
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