Hamburg (BoerseGo.de) – Wolfgang Eder, Chef des österreichischen Stahlherstellers Voestalpine, liefert einen eher trüben Ausblick für Europas Stahlbranche. „Steigende Preise sind fürs Erste nicht zu erwartet“, konstatierte der Chef des europäischen Stahlverbandes in einem Interview mit der Financial Times Deutschland (FTD – Mittwochausgabe).
Anders als in den Jahren zuvor habe sich die Nachfrage im Monat September dieses Jahr nicht belebt. „Die Verunsicherung der Konsumenten durch die Schuldenkrise beginnt die Realwirtschaft zu beeinträchtigen“, schlussfolgert der Manager aus seinen Beobachtungen. Stahlwerte wie ThyssenKrupp und Salzgitter notierten vorbörslich nach dem Interview schwächer.
Dennoch rechnet Eder nicht mit besonders großem Druck auf die eigene Marge, da gleichzeitig wohl auch die Rohstoffpreise sinken werden. Doch Entwarnung will er nicht geben. Für die kommenden zwei Jahre erwartet er wegen der zunehmenden Unsicherheit in der EU eine stagnierende Stahlproduktion. Der Worst-Case-Plan in seinem Unternehmen Voestalpine gehe von einer Auslastung von nur noch 60 Prozent aus. Momentan sei man allerdings bis Weihnachten noch bei 100 Prozent Auslastung, erklärte Eder weiter. Voestalpine ist der fünftgrößte Stahlhersteller Europas.
Der Weltstahlverband teilte am Mittwoch mit, er rechne 2011 mit einem weltweiten Anstieg der Stahlproduktion um 6,5 Prozent auf 1,4 Milliarden Tonnen. Das entspräche einer deutlich gebremsten Wachstumsentwicklung nach einem Plus von 15,1 Prozent im Vorjahr. Für 2012 erwartet der Verband eine weitere Abschwächung auf ein Wachstum von 5,4 Prozent.
Susanne Schulz
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