München (BoerseGo.de) - Das Vertrauen in den europäischen Bankensektor schwindet immer mehr. Die eintägigen Einlagen der Banken des Euroraums bei der Europäischen Zentralbank (EZB) sind am Montag auf 334,9 Milliarden Euro gestiegen. Das ist der höchste Stand des Jahres. Die Höhe der Einlagen der Geschäftsbanken bei der EZB gilt als Indiz für das Misstrauen der Institute untereinander. Denn aus betriebswirtschaftlicher Sicht, gibt es keinen Grund, sein Geld bei der EZB zu parken, wenn man es einer Geschäftsbank zu einem höheren Zins leihen könnte. Das Misstrauen gegenüber den Banken hat auch einen Grund. Niemand weiß, welche Risiken aus Staatsanleihen und toxischen Papieren in den Bilanzen der Institute schlummern.
Wie groß das Misstrauen mittlerweile ist, zeigt auch die heutige Anleihe-Emission der Niederlande. Bei der Auktion 3-monatiger Papiere im Volumen von 1,12 Milliarden Euro ergab sich eine negative Rendite von -0,007 Prozent. Trotzdem war die Auktion 4,5-fach überzeichnet. Demnach sind Investoren bereit, dafür zu zahlen, um Gelder bei einem Schuldner mit einer Top-Bonität parken zu dürfen, um so Cash-Bestände bei Banken vermeiden zu können.
Auch die Bevölkerung scheint mittlerweile sehr sensibel auf jegliche Banken-Nachrichten zu reagieren. Aus Angst vor einer Bankpleite haben Sparer in Lettland am Sonntag die Geldautomaten der Swedbank gestürmt und ihre Konten leergeräumt. An vielen Bankautomaten des landesweit größten Geldinstituts ging das Geld aus. Auslöser waren Gerüchte über finanzielle Probleme bei der Bank. Über den Kurz-Nachrichtendienst Twitter war zuvor die Meldung verbreitet worden, die Bank habe Liquiditätsprobleme. Die Swedbank wies die Spekulationen umgehend als absurd und vollständig unbegründet zurück. Die lettische Finanz- und Kapitalmarktkommission teilte ebenfalls mit, dass kein Grund
zur Sorge um die finanzielle Situation der Bank bestehe.
Thomas Gansneder,
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