VW/ Porsche: Weg frei für die Fusion

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Top-Artikel | Datum: 11.06.2012

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Wolfsburg/ Stuttgart (BoerseGo.de) - Der Zusammenschluss zwischen VW und Porsche ist in greifbare Nähe gerückt. Möglich macht dies ein Steuerschlupfloch, das im Falle einer Fusion rund 1,5 Milliarden Euro an Steuerlast einspart. Die Unternehmen müssen hierfür bewerkstelligen, dass VW das Sportwagengeschäft der Porsche AG komplett übernimmt und der Dachgesellschaft Porsche SE dafür neben einer Milliardensumme auch noch exakt eine VW-Stammaktie gibt. Laut einer Lücke im Umwandlungssteuergesetz ist das dann kein Verkauf mehr, sondern eine Konzern-Umstrukturierung. Ohne Verkaufsgeschäft fallen dann keine Steuern an. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ist in Wolfsburg und Stuttgart eine positive rechtsverbindliche Auskunft der Finanzbehörden eingegangen. Das Plazet des Fiskus gilt als feste Garantie.

Das Autogeschäft der Schwaben ist in der Porsche AG gebündelt. Die AG mit dem operativen Geschäft steht unter dem Dach der Porsche Automobil Holding SE. Die Dachgesellschaft hält nicht nur die Mehrheit an der Porsche AG, sondern auch gut 50 Prozent der Volkswagen-Stammaktien. Grund für die aktuelle Verzahnung von Porsche und VW ist der gescheiterte Versuch der Schwaben, VW zu schlucken. Am Ende der Übernahmebemühungen hatte die Porsche SE 11,4 Milliarden Euro an Schulden angehäuft.

Nun soll ein gemeinsamer Autokonzern entstehen. Dafür müssen die Schulden der Porsche SE weg. Ende 2009 übernahm VW 49,9 Prozent an der Porsche AG und zahlte dafür 3,9 Milliarden Euro. Die Holding Porsche SE sollte ursprünglich mit dem Wolfsburger Konzern fusionieren. Da mehrere Schadensersatzklagen gegen die Holding laufen, entschloss sich Volkswagen jedoch, die Verschmelzung zu verschieben und den Restanteil der Sportwagensparte in bar zu kaufen. Ein solcher Verkauf würde den Schwaben etwa 4,5 Milliarden Euro einbringen. Seit Monaten wurde spekuliert, die beiden Unternehmen arbeiteten an einem juristischen Kunstgriff, um die Steuer-Zahlung zu umgehen.

Bild: ©flickr.com/jonathan.broderick

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Bernd Lammert,
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