Die japanische Regierung plant eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, um die hohe Staatsverschuldung in den Griff zu bekommen. Die japanischen Gesetzgeber werden den Vorschlag laut einem Bericht von MarketWatch im Unterhaus des Parlaments am Dienstag zur Abstimmung stellen. Innerhalb der regierenden Demokratischen Partei Japans stehen sich zwei Lager gegenüber, so dass eine Zustimmung als nicht sicher gilt.
In Japan gehört die Mehrwertsteuer zu den niedrigsten in den Industrieländern überhaupt und soll laut dem Willen von Regierungschef Yoshihiko Noda bis Oktober 2015 auf 10 Prozent verdoppelt werden. Bereits vor einiger Zeit hatte Noda eine Kabinettsumbildung vorgenommen, um sich bessere Chancen zur Zustimmung für die geplante Erhöhung zu sichern.
Tim Condon, Leiter des Research für Asien bei ING Financial Markets Research, schrieb am Montag in einem Bericht, dass die Abstimmung einen Einfluss auf die Politik der Bank of Japan (BoJ) und damit auch den Yen haben wird. Ein Scheitern des Vorhabens werde die Bonität Japans langfristig verschlechtern und die Haushaltskonsolidierung verhindern.
Die Ratingagentur Fitch hatte im Mai die Kreditwürdigkeit Japans um eine Stufe auf "A+" gesenkt, was die Finanzierungskosten erhöht. Die Aussichten für die Bonität sind negativ, so dass sich die Kreditaufnahme bei weiteren Herabstufungen zukünftig weiter verteuern könnte. Japan hat unter allen Industrieländern die höchste Staatsverschuldung.
USD/JPY handelt bei 80,19. Unterstützung liegt bei 77,60 (Tief vom 1. Juni). Widerstand liegt beim Hoch vom 14. März bei 84,20.
Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in den besprochenen Wertpapieren bzw. Basiswerten derzeit nicht investiert.
