1. Die Entwicklung der Einzelhandelsumsätze war zum Jahresende 2011 eher enttäuschend. Zum Jahresstart 2012 standen die Vorzeichen für die Umsatzentwicklung aufgrund eines besser als erwarteten Arbeitsmarktsberichts durchaus gut. Im Januar nahmen die Einzelhandelsumsätze um 0,4 % gegenüber dem Vormonat (mom) zu und damit geringer als allgemein erwartet (Bloomberg-Umfrage: 0,8 %, DekaBank: 0,9 %). Hinzu kamen Abwärtsrevisionen der Vormonate, sodass das Umsatzniveau im Januar im Vergleich zum
bisher bekannten Dezemberniveau nur um 0,2 Prozentpunkte höher war.

2. Die Enttäuschung über die Januarentwicklung resultiert in erster Linie aus einer schwächer als erwartete Umsatzentwicklung der Autohändler. Im Vorfeld der heutigen Datenveröffentlichung wurden durchaus gute Autoabsatzzahlen gemeldet, zu denen der nun vorliegende Umsatzrückgang der Autohändler nicht passt. Rechnet man diesen Teilbereich heraus, dann sind die Umsätze mit 0,7 % mom kräftiger als erwartet angestiegen (Bloomberg-Umfrage: 0,5 %, DekaBank: 0,9 %).
Im Januar sind die Benzinpreise stärker als üblich gegenüber dem Vormonat angestiegen. Entsprechend geringer fiel das Umsatzplus mit 0,6 % mom in der Abgrenzung ohne Autohändler und Tankstellenbetreiber aus (Bloomberg-Umfrage: 0,5 %; DekaBank: 0,6 %). Der Januar war ein weiterer unüblich milder Monat in diesem Winter. Begünstigt hierdurch stiegen die Umsätze der Baumärkte an. Rechnet man auch diesen Teilbereich heraus, dann nahmen die Umsätze nach der sogenannten BEA-Abgrenzung um 0,7 % gegenüber dem Vormonat zu (Bloomberg-Umfrage: 0,4 %). (Die so genannte BEA-Abgrenzung findet deshalb große Beachtung, weil sie die trendmäßige Entwicklung der Konsumausgaben insgesamt besser verdeutlicht und nur die Teilstatistiken beinhaltet, die das Bureau of Economic Analysis (BEA) zur Berechnung der Konsumausgaben verwendet. Die weiteren Konsumbereiche werden vom BEA selbst berechnet.)
Dies stellt immerhin eine überdurchschnittliche Entwicklung dar. Maßgeblich hierzu beigetragen haben die Umsatzsteigerungen der Warenhäuser und im Bereich Lebensmittel. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass im Falle der Nahrungsmittel auch Preissteigerungen eine Rolle gespielt haben. Wie üblich werden die Umsatzzahlen nur in nominaler Rechnung veröffentlicht. Bereits zum zweiten Mal in Folge gebremst
haben die Umsätze im Versandhandel. Für diesen Bereich werden normalerweise überdurchschnittliche Umsatzzuwächse gemeldet.

3. Die sich wieder bessernde Umsatzentwicklung der Einzelhändler ist nach den Enttäuschungen der beiden Vormonate auf der Habenseite zu verbuchen. Der Rückgang der Umsätze der Autohändler ist sogar eher zu vernachlässigen. Oftmals haben die Autoabsatzzahlen mit den tatsächlichen Konsumausgaben der privaten Haushalte einen engeren Zusammenhang als die Umsätze der Autohändler. Enttäuschend ist allerdings
die Abwärtsrevision der Umsätze in den Vormonaten, weil hierdurch die Konsumaktivität der privaten Haushalte im vierten Quartal 2011 ebenfalls nach unten revidiert werden dürfte. Gemessen an unserer verhaltenen Prognose der Konsumausgaben im ersten Quartal legen die heutigen Daten einen leichten Revisionsbedarf nach oben nahe.
Quelle: DekaBank
externer Redakteur
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