New York (BoerseGo.de) – Der US-Rohölpreis notiert am Freitag merklich leichter. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) fiel am Nachmittag (Ortszeit) um 44 Cents im Vergleich zum Donnerstag-Schlusskurs auf 99,26 US-Dollar.
Die Ölpreisentwicklung der letzten Tage bezeichnen die Experten der Commerzbank in ihrem Rohstoff-Kommentar als enttäuschend. Die Preisrallye im Rohstoffsektor im Anschluss an die Sitzung der US-Notenbank Fed sei zudem größtenteils am Ölpreis vorbeigegangen. Auch die anhaltenden Risiken auf der Angebotsseite und die Drohung des Iran, die Öllieferungen an die EU kurzfristig zu stoppen, hätten die Ölnotierungen kaum bewegt, heißt es. Offensichtlich würden die Anleger nicht an eine tatsächliche Umsetzung der Drohung seitens des Iran glauben, schreiben die Commerzbank-Experten weiter.
Die schwächer als erwartet ausgefallenen Daten zum US-Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal haben zudem auf den Preisen gelastet. „Der Markt zeigt seine Enttäuschung darüber, dass die US-Konjunkturdaten nicht so stark ausgefallen sind wie erhofft, sagte der PFGBest-Analyst Phil Flynn im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.
Die US-Wirtschaft war im Schlussquartal 2011 etwas schwächer gewachsen als prognostiziert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg von Oktober bis Dezember um annualisierte 2,8 Prozent, während Ökonomen mit einem Zuwachs um 3,0 Prozent gerechnet hatten. Das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen für Januar war hingegen etwas besser ausgefallen als in der Erstschätzung, konnte die Kurse aber nicht nachhaltig tragen.
Bernd Lammert
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