US-Industrieproduktion: Leicht abgenommene Dynamik!

Kategorie: boerse-go: Research | z externer Content Analyse Konjunktur | Datum: 15.06.2012

Soeben wurden Zahlen zur Entwicklung der US-Industrieproduktion gemeldet. Im Berichtsmonat Mai kam es zu einem marginalen Rückgang um -0,1% M/M. Der Vormonatswert wurde von ursprünglich gemeldeten 1,1% auf 1,0% M/M minimal nach unten revidiert. Die Jahresrate liegt bei 4,7%. Die Kapazitätsauslastung ging auf 79,0% zurück.

Die Zahlen zur Industrieproduktion sind im Grunde wie erwartet schwächer als zuletzt ausgefallen. Nach dem deutlichen Plus im Vormonat musste mit einer Gegenbewegung gerechnet werden, die eigentlich als noch moderat zu bezeichnen ist. Eine rückläufige Nachfrage aus dem krisengeplagten Europa und eine Abschwächung in Asien sind sicherlich nicht unerhebliche Faktoren für diese Tendenz. Mittlerweile muss von einer leicht abnehmenden Dynamik in dem verarbeitenden Sektor der USA gesprochen werden, wobei sich die USA in diesem globalen Umfeld sicherlich noch als recht solide präsentiert.

Die Entwicklung im Mai lässt sich auf mehrere Gründe zurückführen: Erstens kam es im Fahrzeugbau nach dem massiven Anstieg im April zu einem deutlichen Rückgang um -1,5% M/M. Zweitens verzeichnete der Bereich Maschinenbau ein signifikantes Minus (-0,5% M/M). Drittens kam es im Bereich Verteidigung zu einem deutlichen Rückgang (-2,2% M/M).

Das verarbeitende Gewerbe (also exklusive der volatilen Bereiche Kraftwerke und Bergbau), das etwa 75% der Gesamtrate ausmacht, verzeichnete nach dem Vormonatsanstieg um +0,7% M/M ein Minus von -0,4% M/M. Bedingt positiv zu bewerten ist das erneute Plus der Ausrüstungsinvestitionen um 0,3% M/M, was zwar sehr viel geringer als in den Vormonaten ausfiel, aber immerhin den 13. Anstieg in Folge bedeutet. Diese Komponente kann als ein Hinweis für die Entwicklung der Investitionen in der BIP-Abgrenzung im II. Quartal dienen: Die Dynamik nimmt zwar ab, aber das Wachstum bleibt vorhanden. Der Produktionsbereich scheint damit weiterhin einen Beitrag für die Gesamtwirtschaft liefern zu können, aber eben nur noch einen geringeren.

Fazit: Die amerikanische Industrieproduktion verzeichnete mit einem marginalen Rückgang um -0,1% M/M die nicht überraschende Entwicklung. Nach dem deutlichen Anstieg im April musste im Mai mit einer Gegenbewegung gerechnet werden, welche im Grunde noch moderat ausfiel. Erfreulich ist der erneute Anstieg bei den Ausrüstungsinvestitionen, der 13. (!) in Folge. Dies liefert immerhin eine leicht positive Indikation für die Investitionen in der BIP-Abgrenzung. Die europäische Schuldenkrise bleibt das Hauptrisiko für die US-Konjunktur, mittelfristig dürften auch wieder die Diskussionen um den US-Haushalt eine bedeutsamere Rolle spielen. Auch das verarbeitende Gewerbe der USA, zuletzt eher als robust zu bezeichnen, scheint von der Verdüsterung des globalen Umfelds etwas beeinträchtigt zu werden, worauf auch der am Nachmittag veröffentlichte New Yorker Empire State Survey bei 2,29 Punkten (nach 17,09) hindeutete. Entscheidend dürfte nun sein, wie sich die europäische Staatsschuldenkrise weiter entwickelt und ob der griechische Gegenwind am Wochenende massiv zunehmen wird oder langsam zu einem Meltemi (Schönwetterwind) mutiert. Die Federal Reserve wird dies auf ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch sicherlich mitberücksichtigen müssen.

Quelle: Nord/LB

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