New York (BoerseGo.de) – Zahlreiche Bundesstaaten, fünf Großbanken und die US-Regierung wollen mit einem milliardenschweren Vergleich einen Schlussstrich unter einen Skandal im Zusammenhang mit Zwangsräumungen ziehen und den US-Häusermarkt nach dem Platzen der Immobilienblase stabilisieren. Mehr als eine Million Hausbesitzer könnten von geringeren Zinszahlungen und einem teilweisen Schuldenerlass durch die Banken profitieren.
Nach mehr als einjährigen Verhandlungen stehen beide Seiten kurz vor einer Unterzeichnung der Vereinbarung, wie US-Medien berichten. Auf einer für 16.00 Uhr angesetzten Pressekonferenz könnte US-Justizminister Eric Holder die Details nennen. Auch die bevölkerungsreichen US-Bundesstaaten Kalifornien und New York wollen dem Deal zustimmen. Allein in diesen beiden Staaten hätte der Vertrag ein Volumen von 26 Milliarden Dollar, berichtet CNN. Andere Medien bezifferten das Volumen auf insgesamt 26 Milliarden Dollar.
Bis Mittwochabend hatten 42 Staaten ihre Unterstützung bekundet. Die durchschnittliche Hilfe für Hausbesitzer wird auf jeweils rund 20.000 Dollar geschätzt. Das Geld soll in Raten von jeweils 1.500 bis 2.000 Dollar ausgezahlt werden.
Die US-Banken Bank of America, JPMorgan Chase, Wells Fargo, Citigroup und Ally Financial wollen der Vereinbarung zustimmen und haben bereits milliardenschwere Rückstellungen für die erwarteten Kosten gebildet.
Ausgangspunkt für die Ermittlungen der Bundesstaaten gegen zahlreiche US-Banken war die Erkenntnis, dass Dokumente für Zwangsräumungen bei nicht mehr zahlenden Hypothekenkunden offenbar nicht überprüft, sondern von Mitarbeitern der Finanzinstitute routinemäßig unterzeichnet worden waren. Nach Bekanntwerden der auch als "Robo-Signing" bezeichneten Praxis hatten einige US-Bundesstaaten ein Moratorium für Zwangsräumungen verhängt. Der jetzt vereinbarte Deal soll aber über eine Strafe für die US-Banken hinausgehen und auch eine Stützung des immer noch angeschlagenen US-Häusermarktes bewirken.
Oliver Baron,
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