Hamburg (BoerseGo.de) - Eine vom US-Bankenriesen Citigroup erfolgte Benachrichtigung an Kunden schürt möglicherweise Zweifel über die Stabilität des amerikanischen Finanzsystems. So sehen sich Kunden auf ihren Kontoauszügen nun mit dem Hinweis konfrontiert, dass die Citigroup berechtigt ist Auszahlungen fristgebunden zu verweigern. Ohne vorherige Anmeldung müssten Kunden auf den Erhalt ihrer Gelder mindestens eine Woche warten. Ab dem 1. April 2010 gebe es für gewöhnliche Kontoinhaber die Möglichkeit der Antragstellung wenn diese Bargeld abzuheben beabsichtigen. Gegenwärtig werde von diesem Recht kein Gebrauch gemacht, zumal dies auch in der Vergangenheit nicht geschehen ist.
Wie aus einem Bericht der “Financial Times Deutschland” weiter zu entnehmen ist, wird durch diese Benachrichtigung der Eindruck hervorgerufen, dass die Bank einem etwaigen Sturm der Kunden auf ihre Gelder vorzubeugen beabsichtigt. Der Hinweis wecke Erinnerungen an den Höhepunkt der Finanzkrise, wo kurz nach der Pleite von Lehman Brothers Gerüchte über koordinierte Maßnahmen von Banken wie etwa einem “Bankfeiertag” kursierten, um einen massenhaften Abfluss von Kundengeldern zu verhindern. Ein Sprecher der Citigroup wies den Verdacht zurück, dass sich die Bank auf eine neue Panik vorbereitet. “Wir haben von diesem Recht nie Gebrauch gemacht und werden auch künftig davon Abstand nehmen”, so der Sprecher. Der Vermerk basiere auf eine Statusänderung bei den Konten. Die in 2009 durch den US-Einlagensicherungsfonds FDIC abgegebene unbegrenzte Einlagengarantie ist in 2010 nicht mehr gegeben, da ab diesem Jahr eine Rückkehr zur gewöhnlichen Einlagensicherung erfolgte. Zum Zweck von Werbemaßnahmen habe sich die Citigroup zu dieser Konten-Statusänderung entschlossen. Ein Gesetz der Notenbank sehe das Recht der Vorbehaltung einer siebentägigen Sperrfrist vor. Bei Experten habe aber diese Art der Kommunikation Unverständnis ausgelöst. Die nach wie vor teilverstaatlichte Citigroup nehme in Kauf gesetzlich uninformierte Kunden nervös zu machen. Dadurch werde die Gefahr einer Beschädigung von Kundenvertrauen hervorgerufen.
Auf einen Bankensturm wäre der FDIC nicht vorbereitet. Das Volumen des Einlagensicherungsfonds habe sich Ende 2009 auf 66 Milliarden Dollar belaufen. Die Einlagen der US-Banken hätten sich zu diesem Zeitpunkt aber auf insgesamt 7,7 Billionen Dollar beziffert. Im übrigen stelle sich der FDIC auf eine weitere Eskalierung der Bankenkrise ein. Die Einlagensicherung hat in dieser Woche einen deutlichen Anstieg der Problembanken in den USA im vierten Quartal auf ein 16-Jahreshoch von 702 eingestanden, heißt es weiter in dem Bericht.

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