Die Lage am US-Arbeitsmarkt hat sich im Januar unerwartet deutlich verbessert. Die Zahl der Stellen außerhalb des Agrarsektors nahm gegenüber dem Vormonat um 243 Tsd. zu, während wir ähnlich wie der Markt mit einem Stellenplus von 160 Tsd. gerechnet hatten. Zudem wurden die Beschäftigungszuwächse der beiden Vormonate um insgesamt 60 Tsd. nach oben korrigiert.
Im Januar verzeichneten die USA den stärksten Beschäftigungsaufbau seit dem Frühjahr 2010, als allerdings im Rahmen der Volkszählung eine Vielzahl von kurzfristigen Nebenjobs geschaffen wurden, die die Statistik nach oben verzerrten. Lässt man diese Phase außer Betracht, war der aktuelle Stellenzuwachs der höchste seit März 2006. Die Verbesserung der Beschäftigungssituation erfolgte ausschließlich im privaten Sektor. Dort wurden 257 Tsd. zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen, während im öffentlichen Dienst infolge der angespannten Haushaltslage erneut Stellen gestrichen wurden. Der Beschäftigungsaufbau in der Privatwirtschaft stand zudem auf einer breiten Basis. Im Verarbeitenden Gewerbe ergab sich ein Stellenplus von 50 Tsd., in der Baubranche von 21 Tsd. und in den Dienstleistungssektoren um 176 Tsd.
Ein noch positiveres Ergebnis brachte die Umfrage bei privaten Haushalten. Die Zahl der Personen, die angab mindestens einen Job zu haben, sprang gegenüber dem Vormonat um 847 Tsd. in die Höhe. Gleichzeitig fiel die Zahl der arbeitslosen Personen um 339 Tsd. Dies hatte zur Folge, dass auch die Arbeitslosenquote weiter von 8,5% auf 8,3% nachgab. Sie fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 3 Jahren. Sehr verhalten entwickelten sich allerdings weiterhin die Löhne. Diese stiegen gegenüber dem Vormonat durchschnittlich um 0,2%. Die Vorjahresrate fiel sogar von 2,1% auf 1,9%.
Der Jahresauftakt am US-Arbeitsmarkt kann als mehr als gelungen bezeichnet werden. Die Beschäftigungsdynamik hat sich in den letzten Monaten kräftig beschleunigt. Zudem sind die Stellenzuwächse inzwischen so hoch, dass sie zu einem zügigen Abbau der immer noch viel zu hohen Arbeitslosigkeit führen würden - vorausgesetzt die aktuelle Dynamik könnte über einige Zeit gehalten werden. So viel Optimismus ist unseres Erachtens aber noch nicht angesagt. Dafür sind die Unsicherheiten hinsichtlich der amerikanischen aber auch der globalen Konjunktur noch zu groß. Die Chance, dass die US-Wirtschaft den Sprung in einen selbsttragenden Aufschwung mit sinkender Arbeitslosigkeit, steigendem privaten Verbrauch, höheren Investitionen, sinkender Arbeitslosigkeit... schafft, ist mit den heutigen Zahlen aber ein klein wenig gestiegen.
Quelle: Postbank Research
externer Redakteur
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