NEW YORK (Dow Jones) - Der US-Anleihemarkt hat am Montag auf das "Ja" des griechischen Parlaments zum Sparpaket äußerst volatil reagiert. Anfänglich deutliche Verluste wurden im Sitzungsverlauf wettgemacht, die Notierungen der US-Staatsanleihen drehten ins Plus. Im späten New Yorker Handel stiegen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000 Prozent um 2/32 auf 100-6/32 und rentierten mit 1,98 Prozent. Der mit 3,125 Prozent verzinste Longbond zog um 6/32 auf 99-28/32 an, seine Rendite fiel damit auf 3,13 Prozent.
In Ermangelung wichtiger Konjunkturdaten aus den USA richteten sich zu Wochenbeginn alle Blicke - mal wieder - gen Europa. Zunächst hatte die Zustimmung des griechischen Parlaments für die von der Troika, bestehend aus EZB, EU und IWF, geforderten Sparmaßnahmen für Abgabedruck am US-Rentenmarkt gesorgt. Doch der Optimismus verflog schnell. Es gebe weiterhin erhebliche Unsicherheiten bezüglich der Lage in Griechenland. Vor allem die große Zahl der Abweichler von fast einem Fünftel der Abgeordneten mache Sorgen, hieß es am US-Anleihemarkt.
Zudem dokumentierten die enormen Zerstörungen in Athen die Wut der Bürger, daher dürfte die Umsetzung der Sparbeschlüsse eine heikle Mission werden, deren Ausgang letztlich offen bleiben müsse. "Man kann nicht wirklich darauf vertrauen, dass die nächste Regierung sich an diese Vereinbarung hält", sagte ein Händler misstrauisch.
Auch aus Deutschland kamen abwartende Reaktionen. Deutschland, dem bei der Rettung Griechenlands eine finanzielle Schlüsselrolle zukommt, rechnet erst für März mit einem endgültigen Beschluss über das zweite Hilfsprogramm über 130 Milliarden Euro. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, die Eurozonen-Finanzminister fällten die endgültige Entscheidung über das Hilfspaket erst im März.
Bei dem für Mittwoch angesetzten Treffen der Minister soll Griechenland über ein Anleiheumtauschangebot an seine privaten Gläubiger informieren. Die Finanzminister werden zudem über die weiteren Bedingungen diskutieren, die Griechenland noch erfüllen muss, um das Geld zu bekommen. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums verwies zudem darauf, dass die Führer der griechischen Parteien überdies schriftlich versichern müssten, dass sie zu den vereinbarten Maßnahmen auch noch nach den Wahlen stünden.
"Die nächsten Schritte dürften schwieriger werden. Die Risiken hinsichtlich eines politischen Schiffbruchs in Griechenland steigen rasant", kommentierte ein Rentenanalyst die Ereignisse in Athen.
DJG/DJN/flf
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