US-Anleihen im frühen US-Geschäft freundlich - Einzelhandel stützt

Kategorie: Anleihe-News | Marktberichte (Dow Jones) | Datum: 14.02. 16:36

NEW YORK (Dow Jones) - Schwache Einzelhandelsdaten in den USA treiben am Dienstag Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen der US-Anleihen. Im frühen New Yorker Handel gegen 16.30 Uhr MEZ steigen zehnjährige Anleihen mit einem Kupon von 2,000 Prozent um 8/32 auf 100-15/32 und rentieren mit 1,95 Prozent. Der mit 3,125 Prozent verzinste Longbond gewinnt 18/32 auf 100-21/32, seine Rendite fällt damit auf 3,09 Prozent.

Mit den Daten zum Einzelhandel haben die Konjunkturaussichten einen Dämpfer erhalten. Die Einzelhandelsdaten gelten als wichtiger Indikator für die Konsumausgaben der US-Verbraucher, die mit einem Anteil von rund 70 Prozent am Bruttoinlandsprodukt eine Schlüsselrolle für US-Wirtschaft spielen. Die US-Bürger haben ihren Konsum im Januar weitaus weniger deutlich gesteigert als erwartet, was vor allem an einem überraschenden Rückgang bei den Pkw-Umsätzen lag. Die Einzelhandelsumsätze stiegen auf Monatssicht um 0,4 Prozent, während befragte Volkswirte einen Zuwachs um 0,9 Prozent prognostiziert hatten. Im Dezember hatten die Einzelhandelsumsätze revidierten Angaben zufolge stagniert.

"So ganz unerwartet kommen die Daten freilich nicht. Allgemein ist mit einem schwachen Konsum zum Start in das neue Jahr gerechnet worden", erläutert Marktstratege Dan Greenhaus von BTIG den Datenkranz. Konjunkturskeptiker fühlen sich durch die Daten in ihrem Ruf nach neuen quantitativen Lockerungen durch die US-Notenbank bestätigt.

Doch auch die europäische Schuldenkrise liefert wieder Kaufargumente für die US-Festverzinslichen. Die Ratingagentur Moody's stufte die Bonität diverser EU-Staaten ab. Betroffen waren mit Italien, Spanien und Portugal auch jene, die im Rahmen der Schuldenkrise zuletzt für Schlagzeilen gesorgt hatten. Zudem ist die Konjunktur in Portugal im vierten Quartal kräftig eingebrochen. "Der Markt verarbeitet aber weiter die Auswirkungen der griechischen Sparbeschlüsse. Bei der Umsetzung dürfte es viele Unwägbarkeiten geben, das hilft natürlich den US-Anleihen", sagt ein Rentenstratege mit Blick gen Europa.

DJG/DJN/flf

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