Frankfurt (BoerseGo.de) - Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) Jean-Claude Trichet hat die vom deutschen Bundesbankpräsidenten Axel Weber erhobene Forderung zur Beendigung der von der EZB betriebenen Staatsanleihekäufe zurückgewiesen. Dieses Programm diene als Lebensader für europäische Regierungen sowie zur finanziellen Stützung von Banken. “Die Forderung von Weber stellt in überwältigender Weise keine Position des geldpolitischen Gremiums dar. Beim EZB-Präsidenten handelt es sich um den einzigen Vertreter, der im Namen des Sitzungsrats zu sprechen berechtigt ist. Es gibt nur eine Gemeinschaftswährung, nur ein geldpolitisches Gremium und nur einen Präsidenten“. Er befürworte zudem eine mögliche Ausdehnung zeitlich befristeter Stützungsaktionen für finanziell strapazierte Länder der Eurozone. Dabei gehe es vor allem um eine künftige Erweiterung des Hilfsmechanismus, führte Trichet im Rahmen eines vergangenen Sonntag veröffentlichten Interviews in der italienischen Zeitung La Stampa weiter aus.
Axel Weber wies in der Vorwoche auf die Risiken im Falle eines zu späten Ausstiegs aus den außerordentlichen geldpolitischen Maßnahmen hin. Danach gebe es ein größeres Risiko durch eine zu späte Beendigung der Rettungsaktionen, als durch einen frühzeitigen Ausstieg aus dieser Strategie. Weber hält einen Sitz im 22 Mitglieder umfassenden Sitzungsrat der EZB.

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