Telefon-Sex-Skandal ärgert Griechenland

Kategorie: Kreuz&Quer - Skurriles & Schmunzeln | Datum: 12.07.2010

Freunde des früheren griechischen Agrarminister Sotirios Hatzigakis telefonierten auf Staatskosten mit Sex-Hotlines.

Die Hiobsbotschaften für die ehrlichen griechischen Steuerzahler reißen nicht ab. Wie nun bekannt wurde, verschenkte der ehemalige Agrarminister Sotirios Hatzigakis (66) auf Staatskosten 30 Handys an gute Freunde. Bis zum Ende seiner Amtszeit kamen dadurch Kosten von imposanten 20 Mio. EUR zusammen. Es hatte allerdings einen pikanten Grund, dass die Handy-Rechnung des Agrarministeriums derart überlief: Einige von Hatzigakis´ Freunden, die mit den Handys des Ministeriums telefonierten, hatte nichts Besseres zu tun, als ihre Porno-Sucht auf Telefon-Sex-Hotlines zu stillen.

Sotirios Hatzigakis auf der 2009er Agrarministerkonferenz in Tschechien (Bild: www.eu2009.cz)

Hatzigakis schien aber nicht nur bei Freunden überaus spendabel zu sein mit Steuergeldern. Griechische Zeitungen gruben aus, dass ihr Ex-Agrarminister sein 30-qm-Büro für 150.000 EUR renovieren ließ, zusätzlich kaufte er neue Möbel im Wert von 71.000 EUR. Da fragt sich so mancher Grieche berechtigt, was um alles in der Welt wurde da in 30 qm hineingebaut?

Außerdem war Hatzigakis offenbar ein großer Anhänger der Vetternwirtschaft. Angeblich soll der Ex-Minister für insgesamt 269 Parteifreunde und die eigenen Kinder Jobs in staatlichen Firmen organisiert haben. Hatzigakis ist heute 66 Jahre alt, lebt in Athen das schöne Leben eines Ex-Ministers mit großzügigen Pensionen. Doch seit letzter Woche steht er am Pranger.

Die Enthüllungen kommen ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem der normale Grieche einschneidende Sparmassnahmen über sich ergehen lassen muss. Griechenland soll in den nächsten drei Jahren 30 Mrd. EUR einsparen. Außerdem wurde eine Rentenreform beschlossen, das Durchschnitts-Rentenalter soll stufenweise von 61,4 auf 65 Jahre angehoben werden. Dass der Grieche auf der Straße die Eskapaden von Hatzigakis bei den angestrebten Sparanstrengungen nicht begreifen kann, ist mehr als verständlich.

Für Urlauber, die als mögliches Ziel Griechenland im Visier haben, ist die Situation dagegen erfreulicher. Durch die wirtschaftliche Schieflage der Helenen wird ein Griechenland-Urlaub zunehmend günstiger. (eh

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Über den Autor:

Engelbert Hoermannsdorfer,
Kolumnist

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