Hamburg (BoerseGo.de) – Laut einem Pressebericht erwägt die hochverschuldete Hansestadt Hamburg offenbar, ihren Anteil an Deutschlands größter Reederei Hapag-Lloyd aufzustocken. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Montag berichtet, plant Hamburg für 420 Millionen Euro größter Aktionär der Container-Reederei zu werden. Damit würde der Anteil der Stadt von derzeit 23,6 Prozent auf mehr als 37 Prozent anschwellen.
Auch der Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne ist laut Informationen der FAZ bereit, seinen Anteil von derzeit 24,6 Prozent zu erhöhen. Mit 160 Millionen Euro engagiere er sich aber deutlich weniger stark als die Stadt. "Wir sind auf einem guten Weg", sagte ein Sprecher der Hamburger Finanzbehörde der Zeitung. „Wir befinden uns in fortgeschrittenen und guten Gesprächen“, ergänzte ein TUI-Sprecher. Beide wollten sich jedoch nicht zu den Details der geplanten Transaktion äußern.
Wie die Anteilsverhältnisse bei Hapag-Lloyd nach dem Teilverkauf der TUI genau aussehen werden, sei noch unklar, schreibt die FAZ weiter. Sicher scheine hingegen festzustehen, dass der Anteil der TUI an Hapag-Lloyd von derzeit 38,4 Prozent auf rund 20 Prozent sinken werde.
Wie die FAZ spekuliert, fürchtet der Regierende Bürgermeister in Hamburg, Olaf Scholz (SPD), offenbar, dass der Umschlag im Hamburger Hafen könnte leiden, falls Hapag-Lloyd in fremde Hände fiele. Hamburg war bereits 2009 bei Hapag-Lloyd eingestiegen, um zusammen mit Kühne & Co. einen Verkauf an den Singapurer Wettbewerber NOL zu verhindern. Die Hansestadt weist derzeit einen Schuldenberg von knapp 26 Milliarden Euro auf.
Bernd Lammert
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