Swiss Re: Katastrophen belasten Gesellschaft mit 62 Mrd. USD

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Deutschland, Europa | Finanznachrichten Schweiz | Datum: 16.03.2010

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Zürich (BoerseGo.de) - Natur- und Man-made-Katastrophen haben im Jahr 2009 über 15 000 Todesopfer gefordert und der Versicherungsindustrie rund 26 Milliarden US-Dollar gekostet. Zu diesem Ergebnis kommt der Rückversicherer Swiss Re in der neuen Sigma-Studien. Dabei belaufe sich der weltweite wirtschaftliche Gesamtschaden durch Natur- und Man-made-Katastrophen im Jahr 2009 auf 62 Milliarden US-Dollar. Damit lagen die Versicherungsschäden dank der ruhigen Hurrikansaison in den USA unter dem langjährigen Durchschnitt, so der Schweizer Konzern.

Im Vergleich zu früheren Jahren sei 2009 ein schadenarmes Jahr gewesen. Swiss Re zählt insgesamt 133 Naturkatastrophen und 155 Man-made-Katastrophen. Sechs Ereignisse führten zu Versicherungsschäden von jeweils mehr als 1 Milliarden US-Dollar, heißt es in der Studie. Als teuerstes Ereignis wird der Winterstrum Klaus deklariert, der im Januar Teile Frankreichs und Spaniens verwüstete und für einen Schaden von 2,35 Milliarden US-Dollar gesorgt habe.

"Die Wahrscheinlichkeit, dass Naturkatastrophenschäden so niedrig wie im Jahr 2009 ausfallen, liegt bei weniger als 35%. In 2010 haben wir mit dem Wintersturm Xynthia in Europa oder den Erdbeben in Chile und Haiti bereits grosse Naturkatastrophen gesehen. Die Branche ist daher gut beraten, sich für die Zukunft für weitaus höhere Schäden zu wappnen", kommentiert Thomas Hess, Chefökonom bei Swiss Re.

Bei Erdbeben sieht Dr. Brian Rogers, Mitverfasser der Sigma-Studie, vor allem für Industrie- und Entwicklungsländer eine große Gefahr. Seit 1970 hätten 360 verheerende Erdbeben über 1 Million Todesopfer gefordert. "Die Erdbeben mit den meisten Opfern treten tendenziell in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern und in meist dicht besiedelten, erdbebengefährdeten Regionen auf. Diese Länder weisen im Allgemeinen ein niedriges Pro-Kopf-Einkommen auf und verfügen über geringere Ressourcen für das Präventions- und Katastrophenmanagement", so Rogers.

Obwohl die Zahl der Todesopfer in den Entwicklungsländern meist höher sei, würden die Industrieländer aufgrund ihres Wohlstands die höchsten Versicherungsschäden verzeichnen, heißt es weiter. Laut Chefökonom Thomas Hess mache eine Versicherungsdeckung aber auch für Schwellenländer Sinn. "Private Erst- und Rückversicherer können in Schwellenländern für mehr Stabilität sorgen, indem sie sich an Lösungen zur Versicherung von Katastrophen beteiligen. Hier stehen wir erst am Anfang der Entwicklung", so Hess abschließend.

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Sebastian Weber,
Redakteur

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