New York (BoerseGo.de) - Der renommierte Harvard-Historiker Niall Ferguson sieht in den USA wegen einer sich abzeichnenden finanziellen Katastrophe das Ende der militärischen Macht des Landes. In einem entsprechenden Bericht bei “Newsweek” verdeutlicht er seine Sichtweise. Danach würden ohne Wirtschaftswachstum und einer klingenden Kasse Chaos um sich greifen und danach die weltweiten militärischen Einsätze zu keiner Fortsetzung gelangen.
Es gebe die Frage, ob für die Schulden der USA die weltweite Nachfrage ausreicht, um die Ausgabefähigkeit des Landes aufrecht zu erhalten. Ferguson hat in dieser Hinsicht Zweifel. Die als größte Halter von amerikanischen Staatspapieren geltenden Chinesen hätten bereits ihren Unmut darüber geäußert, dass deren Position bei US-Anlagen bereits viel zu weit fortgeschritten ist. Zudem erscheine eine weitere wesentliche Abwertung des Dollars mehr als möglich. So vor allem durch den Umstand, dass die USA die Option inne hat, sich in der eigenen Währung zu verschulden und sich das Recht vorbehält, in irgendeiner von der Notenbank gewählten Menge Geld zu drucken.
“Ich glaube daran, dass sich Politiker letztendlich dazu motiviert sehen eine Finanzkrise mit jenen Mitteln zu lösen, wozu unverantwortliche Regierungen für gewöhnlich neigen. Nämlich durch gedrucktes Geld Rechnungen zu begleichen und Schulden über eine Inflationierung zu beseitigen. Wenn der Zeitpunkt kommt, dass diese Vorgehensweise der Offenkundigkeit gleicht werden die Zinsen steigen”. Ein derartiges Szenario sei plausibel. Darauf habe bereits der ranghohe Keynesianismus-Vertreter Paul Krugman im März 2003 hingewiesen. Eineinhalb Jahre später habe dieser das US-Budgetdefizit mit dem von Argentinien verglichen. Zu dieser Zeit betrug das Defizit 4,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Krugman glaube nun, dass das angeschwollene Defizit die Wirtschaft rettete. Er erhebe für nächstes Jahr die Forderung nach einem noch höheren Fehlbetrag. Es stelle sich jedoch die Frage, ob sich die wirtschaftliche Situation tatsächlich dramatisch änderte.
Historisch gesehen folgen auf große Finanzkrisen große Steuerkrisen. So hätten bereits die Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff in ihrem neuen Buch geschrieben, das drei Jahre nach einer Bankenkrise im Bereich der Staatsverschuldung mit einem 86 Prozent-Wachstum zu rechnen ist. Durch eine solche Schuldenexplosion müsse ein Zahlungsausfall ins Kalkül gezogen werden. So vor allem wenn die Verschuldung über Aufnahmen in einer ausländischen Währung basiert. Weiters bestehe die Möglichkeit, dass sich die Gläubiger mit einem sehr hohen Inflationsschub konfrontiert sehen. Die Geschichte aller europäischen Reiche sei mit solchen Szenarien voll gestopft. In der Tat hätten Serien von Zahlsäumnissen und starke Inflationsanstiege bislang als sicherste Indikatoren für den Abschwung eines Imperiums gegolten.
Ferguson argumentiert weiters damit, dass die USA nicht imstande ist dem japanischen Modell mit einer permanent hohen Staatsverschuldung zu folgen. Die Japaner hätten über ihre letzten verlorenen Jahrzehnte hochgesparte Haushalte und andere Institutionen angezapft. Die USA befinde sich aber nicht in dieser glücklichen Situation. Mit Ausnahme Chinas sei jede Geldquelle grundsätzlich bereits erschlossen. Es sei traurig, dass China als einziger Hoffnungsträger gilt, heißt es weiter von Ferguson. Niall Ferguson gilt unter anderem als Spezialist für Imperalismus sowie Finanz-und Wirtschaftsgeschichte.

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Kommentare (1)
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- schrieb am 07.09.11 um 14:00 Uhr:
***** Ferguson *****