New York (BoerseGo.de) - Gegenüber Spanien hat die Ratingagentur Standard & Poor`s (S&P) eine Warnung ausgesprochen. Danach gefährde die schwache Wirtschaft des Landes den von der Regierung ins Leben gerufenen Plan zur Reduzierung des Budgetdefizits. Daher belässt S&P den Ausblick für Spanien auf “negative”. Die Experten gehen weiters davon aus, dass das Haushaltsdefizit der Regierung bis 2013 oberhalb von 5 Prozent verbleibt. Die Schuldenlast dürfte bis 2012 auf 80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anwachsen.
Die Schätzung der spanischen Regierung hinsichtlich ihrer Einnahmen dürfte von zu hohem Optimismus getragen sein. Dies allein deshalb, da im Bereich der Steuerstruktur eine hohe Abhängigkeit gegenüber der Inlandsnachfrage vorhanden ist. Dabei gebe es ein deutliches Störpotenzial aus dem kollabierten Immobiliensektor. Dieser Sektor zeigte sich für mehr als die Hälfte der gesamten Steuereinnahmen zwischen 1995 und 2007 verantwortlich. S&P hält für das Land zwischen 2010 und 2013 ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent für möglich. Die Regierung sieht dagegen für diese Zeit ein höheres Wachstum von 1,3 Prozent.
Die Verlagerung der spanischen Wirtschaft in Richtung einer stärkeren Auslandsnachfrage gestalte sich wegen des starren Arbeitsmarkts und den fortgeschrittenen konjunkturellen Turbulenzen als schwierig. Zudem stünden die Banken des Landes wegen einer Qualitätsverschlechterung im Vermögensbereich vor einer Belastungsprobe.
Die Ratingagentur macht weiters darauf aufmerksam, dass die spanische Regierung bislang keine Details hinsichtlich ihrer geplanten Budgetkürzungen bekannt gegeben hat.
Christoph Huber,
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