Spanien taumelt - Refinanzierung wird immer kostspieliger

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Trackbox: Intraday Marktkommentierung | Institutionelle - Investoren/Investmentbanken | Top-Artikel | Allgemein Europa (Politik, Makro-Wirtschaftsdaten, etc.) | Datum: 26.06.2012

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Madrid (BoerseGo.de) – Die Schuldenaufnahme wird für das gebeutelte südeuropäische Euro-Land Spanien immer teurer. Am Vormittag hat sich Madrid frisches Geld an den Kapitalmärkten besorgt und dafür deutlich höhere Risikoprämien draufschlagen müssen. Den Angaben der nationalen Notenbank zufolge verdreifachte sich im Vergleich zu der letzten Auktion im Mai die Rendite bei einem Dreimonatspapier nahezu. Sie stieg von 0,846 auf 2,362 Prozent. Spanien erlöste damit knapp 1,6 Milliarden Euro, die Nachfrage war noch zufriedenstellend. Bei der Versteigerung eines Geldmarktpapiers mit sechsmonatiger Laufzeit, das dem Land 1,48 Milliarden Euro einbrachte, sprang die Rendite von 1,787 auf 3,237 Prozent. Sie verdoppelte sich damit fast. Der spanische Staat konnte insgesamt 3,08 Milliarden Euro einnehmen.

Während die Renditen für spanische Anleihen deutlich zulegten, waren deutsche Anleihen als sicherer Hafen weiterhin gefragt. Der Bund-Future, der in den vergangenen Wochen deutlich gefallen war, erholte sich zu Dienstag wieder kräftig.

Spanien hat am Montag offiziell um Hilfskredite für seine siechen Geldinstitute gebeten. Die genaue Summe, die sich das Land erbat, ist noch nicht bekannt. Im spanischen Antrag heißt es, die zu beantragende Summe werde "ausreichen, um den Kapitalbedarf zu decken und eine zusätzliche Marge als Sicherheit beinhalten - bis zum Maximum von 100 Milliarden Euro". Diese Summe hatte die Gruppe der Euro-Staaten dem Land in Aussicht gestellt. Experten rechnen damit, dass die Summe eher über jene 62 Milliarden Euro hinausgeht, die Wirtschaftsprüfer vergangene Woche als maximalen Kapitalbedarf berechnet hatten. Die Analysten der US-Investmentbank JP Morgan haben in einem eigens durchgeführten Stresstest für 14 spanische Banken einen Kapitalbedarf in Höhe von 87 Milliarden Euro ermittelt. Die Finanzexperten raten dazu, in nächster Zeit keine spanischen Finanzaktien anzurühren, zumindest bis es eine Lösung für toxische Vermögenswerte gebe.

Ähnlich sehen dies die Rating-Spezialisten von Moody’s, die am späten Montagabend in einem Abwasch die Kreditwürdigkeit von gleich 28 spanischen Banken gekappt hatten. Für einzelne Kreditinstitute ging es um ganze vier Stufen nach unten. Es ist die zweite Herabstufung spanischer Banken durch Moody’s binnen sechs Wochen. Erst Mitte Mai hatten die Bonitätswächter 17 spanische Institute abgewatscht.

Bild: ©iStockphoto.com/Rolphus

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Bernd Lammert,
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