Schwellenländer-Anleihen auf dem Vormarsch

Kategorie: Fonds-News | Anleihe-News | Datum: 03.03.2010

Kronberg (BoerseGo.de) - Viele Investoren schätzen eine Anlage in Schwellenländer-Anleihen als riskant ein. Doch die Schuldpapiere aus Schwellenmärkten sind - entgegen der landläufigen Meinung - keine qualitativ minderwertigen Papiere. Dies stellt John Carlson, Fondsmanager des Fidelity Emerging Market Debt Fund, in einem aktuellen Marktkommentar klar. Der Index bestehe mittlerweile fast zu 60 Prozent aus Anleihen mit hoher Kreditnehmer-Bonität und sei selbst mit der Note Ba1/BB+ bewertet. Der Emerging Markets-Debt-Index könnte 2010 sogar ein Investment-Grade-Rating erhalten, so der Anlagestratege. In den vergangenen zehn Jahren habe man mit Schwellenländer-Anleihen ähnlich hohe Renditen erzielen können wie mit Emerging-Markets-Aktien - aber bei einem deutlich geringeren Risiko.

Viele Schwellenländer hätten in den vergangenen 25 Jahren grundlegende Reformen durchgeführt, um ihre Finanzsysteme zu stärken. "Länder, die früher als besonders riskant galten, haben heute unabhängige Zentralbanken, Wechselkursregelungen und eine restriktivere Fiskalpolitik. Das Verhältnis von Staatsverschuldung zu Bruttoinlandsprodukt dürfte in den Schwellenländern vergleichsweise stabil bleiben, während es in den Industrieländern drastisch ansteigt", so Carlson. Das Risiko der Schwellenländer sei zudem angemessen eingepreist, bei den sich verschlechternden Fundamentaldaten der Industrieländer sei das noch nicht der Fall.

Das historisch niedrige Zinsniveau weltweit habe es für Schwellenländer deutlich günstiger gemacht, neue Anleihen zu emittieren. "Dank des schwachen US-Dollar konnten sie ihre auf den Greenback lautenden Schulden leichter zurückzahlen und dies durch Emissionen in Lokalwährung refinanzieren. Sollte die Inflation weltweit anziehen, werden die Anleger auf Sachwerte wie etwa Rohstoffe als Schutz vor steigenden Preisen umsteigen. Dies würde die Wirtschaft der an Bodenschätzen reichen Emerging Markets weiter ankurbeln und ihre Währungsreserven stärken", so der Fondsmanager weiter.

Schwellenländer-Anleihen seien in der aktuellen weltwirtschaftlichen Situation also nicht nur als Beimischung fürs Portfolio attraktiv. Allerdings sollten Anleger die Risiken dabei nicht außer Acht lassen, rät Carlson. Trotz der verbesserten Kreditqualität der Schwellenländer seien viele der in Umlauf befindlichen Staatsanleihen am unteren Ende der Investment-Grade-Skala einzuordnen. Ein zusätzliches Risiko liege im Wechselkurs, wenn die Anleihen in Lokalwährung denominiert sind.

 

Bild: ©iStockphoto.com/Jeremy Edwards

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Thomas Gansneder,
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