New York (BoerseGo.de) - Die Euphorie nach den Beschlüssen des EU-Gipfels Ende vergangener Woche ist schnell verflogen. Hauptverantwortlich für den Stimmungswechsel waren enttäuschende US-Wirtschaftsdaten. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe ist im Juni in den USA das erste Mal unter die Marke von 50 Punkten gerutscht, was eine Schrumpfung der Wirtschaft indiziert. "Die ISM-Zahlen waren sehr enttäuschend. Sie könnten darauf hindeuten, dass sich der Ausblick für die US-Wirtschaft verschlechtert - ähnlich wie in Europa und China. Schon ist das Thema "Rezession" wieder auf dem Tisch. Im besten Fall rechne ich mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent", so Analystin Stephanie Link. Kollege Mike Murphy von Rosecliff Capital warnt vor zu großem Pessimismus.
"Falls die Konjunkturdaten deutlich schlechter werden sollten, dann könnten wir eine Rally an den Märkten sehen. Denn dann würde die US-Notenbank Fed eingreifen und ihre Geldpolitik erneut lockern (QE3). Die Investoren würden auf Ben Bernanke als den großen Retter setzen", so der Experte. Nach Einschätzung von Stephen Weiss von Short Hills Capital sind die Daten noch nicht schlecht genug, damit QE3 unmittelbar erforderlich wäre. "Die ISM-Daten waren schlecht, aber keine Katastrophe. Die Arbeitsmarktdaten am kommenden Freitag werden mehr Klarheit bringen. Aber ich glaube nicht, dass QE3 in naher Zukunft ein Thema ist, Die Fed wartet auf Europa", so Weiss.
Christian Hoyer,