Schuldenkrise hat DAX weiter im Griff

Kategorie: Marktberichte (Dow Jones) | Top-Artikel (Dow Jones) | Datum: 24.07.2012

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DJ XETRA-SCHLUSS/Schuldenkrise hat DAX weiter im Griff

Von Manuel Priego-Thimmel 
 

FRANKFURT--Nach dem zweitägigen Ausverkauf waren am Dienstag zumindest erste Stabilisierungsansätze am deutsche Aktienmarkt auszumachen. Die sich weiter zuspitzende Schuldenkrise in der Eurozone bleibt aber das Hauptthema an den Märkten. Damit bleiben die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt bis auf Weiteres eingetrübt. Der DAX verlor 0,5 Prozent oder 29 auf 6.390 Punkte. Immerhin, die wichtige 200-Tage-Linie bei 6.368 Punkten hat zunächst gehalten.

Der Druck auf die Peripherie der Eurozone blieb auch am Dienstag hoch. Die Renditen auf spanische Benchmarkanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren stiegen erneut auf das Niveau von 7,50 Prozent, die Renditen der entsprechenden italienischen Anleihen kletterten auf über 6,50 Prozent. Beobachter sind sich einig, dass die Zinsen, die Länder für die Mittelaufnahme in der Zwischenzeit zahlen müssen, nicht tragbar sind.

Kein Wunder, dass am Markt die Stimmen derer lauter wurden, die davon ausgehen, dass Spanien schon bald unter den Rettungsschirm der EU wird schlüpfen müssen. "Ein Bailout Spaniens - der täglich wahrscheinlicher wird - würde die Ressourcen von EFSF/ESM erheblich belasten", sagte John Higgins von Capital Economics. Für Portugal, Irland, und viel wichtiger für Italien, bliebe nicht mehr viel übrig.

Derweil rückt die Krise immer mehr ins Zentrum der Eurozone. Die Rating-Agentur Moody's hat die Ausblicke für die Kreditwürdigkeit Deutschlands, der Niederlande und Luxemburgs gesenkt. Damit sind deren Spitzenbonitäten in Gefahr.

Im Handel schließt man nicht mehr aus, dass es in Zukunft auch in Spanien und Italien zu einem Schuldenschnitt wie in Griechenland kommen wird. Ein solcher wäre natürlich mit einem erheblichen Abschreibungsbedarf für den Banken- und Versicherungssektor verbunden. Beide Sektoren standen auch daher unter erheblichem Abgabedruck. Allianz gaben 2,3 Prozent auf 74,19 Euro nach, Munich Re 0,8 Prozent auf 108,70 Euro. Deutsche Bank verloren nach überraschend bekannt gegebenen Geschäftszahlen 0,3 Prozent auf 23,47 Euro.

Zeitweise stützte die Bekanntgabe des Markit-Einkaufsmanagerindex für die USA. Zwar ist dieser im Juli auf 51,8 nach 52,5 Punkten im Juni gefallen. Allerdings ist der Index damit deutlich über der Expansionsschwelle von 50 geblieben. Der offizielle Index war im vergangenen Monat unter dieses kritische Niveau gefallen. Ein schwacher Richmond-Index sorgte aber im Anschluss wieder schnell für Ernüchterung unter Anlegern und ließ die Konjunktursorgen wieder aufleben.

Bei den Einzelaktien im DAX stiegen SAP um 3,5 Prozent auf 50,77 Euro. Der Software-Konzern hat den Nettogewinn im vergangenen Quartal um zwölf Prozent auf 661 Millionen Euro gesteigert, wie er in Ergänzung der Quartalszahlen bekannt gab. Nach schwächeren Geschäftszahlen des Mitbewerbers UPS ging es für Deutsche Post um 1,3 Prozent auf 13,96 Euro nach unten. Bei den Versorgerwerten setzten sich die Gewinnmitnahmen fort: E.ON verloren 2 Prozent, RWE gaben 1,6 Prozent nach.

In der zweiten Reihe stiegen die Aktien der Software AG um 11 Prozent auf 25,97 Euro. Die Lizenzumsätze haben im abgelaufenen Quartal die Erwartungen übertroffen. Dagegen brachen Dialog Semiconductor und Kontron nach schlechten Geschäftszahlen zwischen 6,5 und 14,3 Prozent ein.

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INDEX             zuletzt   +/- % 
DAX              6.390,41  -0,45% 
DAX-Future       6.357,00  -1,15% 
XDAX             6.354,72  -1,15% 
MDAX            10.454,00  +0,26% 
TecDAX             748,63  +0,45% 
SDAX             4.821,13  -0,11% 
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Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@dowjones.com 
DJG/mpt/flf 

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Bild: ©flickr.com/Tobias Leeger

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