Sarrazin verlässt Bundesbank

Kategorie: DAX - MDAX - TecDAX News | Top-Artikel | Datum: 10.09.2010

Frankfurt (BoerseGo.de) - Thilo Sarrazin wird von seinem Amt als Bundesbankvorstand zurücktreten. Er habe Bundespräsident Christian Wulff gebeten, ihn zum Ende des Monats von dem Amt zu entbinden, sagte der wegen seiner Thesen zur Integrationspolitik umstrittene SPD-Politiker und bestätigte damit Angaben der Bundesbank. Er habe in den vergangenen 14 Tagen "massiven Druck" gespürt, erläuterte Sarrazin am Donnerstag. "Diese Situation hält auf Dauer keiner durch."

Der frühere Berliner Finanzsenator war wegen seines Buches "Deutschland schafft sich ab" und Äußerungen in Interviews scharf kritisiert worden. Erstmals in der Geschichte der Bundesbank hatte der Vorstand vor einer Woche die Abberufung eines Vorstandsmitglieds beantragt. Wie Sarrazin am Donnerstag mitteilte, hat die Bundesbank den Antrag auf Amtsenthebung beim Bundespräsidenten inzwischen zurückgezogen. "Der Bundesbankvorstand hält die gegen mich erhobenen Anwürfe, ich hätte mich gegenüber Ausländern diskriminierend geäußert und Ähnliches, nicht aufrecht, sondern zieht sie zurück", erklärte er. Daraufhin habe er den Bundespräsidenten selbst gebeten, ihn von seinem Amt zu entbinden, sagte Sarrazin.

"Der Vorstand der Deutschen Bundesbank und das Vorstandsmitglied Dr. Thilo Sarrazin sind sich ihrer Verantwortung für die Institution Deutsche Bundesbank bewusst", erklärte die Bundesbank in einer schriftlichen Stellungnahme. "Mit Blick auf die öffentliche Diskussion werden die Beteiligten ihre Zusammenarbeit zum Monatsende einvernehmlich beenden. Der Vorstand der Deutschen Bundesbank hat seinen Antrag vom 3. September 2010 zurückgezogen und hält die wertenden Ausführungen aus seiner Pressemitteilung vom 30. August 2010 nicht aufrecht. Herr Dr. Sarrazin hat den Bundespräsidenten gebeten, ihn von seinem Amt zu entbinden. Der Vorstand der Deutschen Bundesbank dankt Herrn Dr. Sarrazin für die von ihm als Mitglied des Vorstands geleistete Arbeit. Beide Seiten werden sich in dieser Angelegenheit nicht mehr äußern."

Bild: ©www.bundesbank.de

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