Düsseldorf (BoerseGo.de) – Die Analysten des Bankhauses Lampe haben die SAP-Aktie erneut mit „Kaufen“ bewertet. Das Kursziel senkten sie um 2,20 Euro auf 37,80 Euro.
„Unseres Erachtens deuten die jüngsten Änderungen in der Führungsspitze von SAP darauf hin, dass der Konzern der Entwicklung neuer Produkte und der Sicherung der Geschäftsbeziehungen zu seinen Kunden künftig eine größere Bedeutung beimessen wird“, erläutern die Analysten. Das lasse darauf schließen, dass SAP in nächster Zeit mehr finanzielle Mittel für Forschung und Entwicklung sowie für Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenbeziehungen bereitstellen werde. Zwar habe die neue Konzernspitze dazu noch keine konkreten Aussagen gemacht. Die Analysten gehen jedoch „aus Vorsichtsgründen in unseren Schätzungen nun davon aus, dass die Kosten für Forschung und Entwicklung sowie für Marketing und Vertrieb höher ausfallen werden als wir bislang angenommen hatten.“
Nachdem SAP am 7.2.2010 die Rückkehr zur Doppelspitze und den sofortigen Rücktritt von Léo Apotheker bekannt gegeben hatte, wurden am Donnerstag weitere Veränderungen im Management angekündigt. Gerhard Oswald (seit 1981 bei SAP) wird Nachfolger von Erwin Gunst auf dem Posten des Chief Operating Officer (COO). Gunst scheidet aus gesundheitlichen Gründen aus. „Da seine Erkrankung seit längerem bekannt ist, kommt diese Veränderung nicht überraschend“, kommentieren die Analysten. Oswald bleibt neben seiner neuen Funktion als COO weiterhin als Vorstandsmitglied für SAP Global Services & Support verantwortlich. Peter Lorenz, im Konzern als Executive Vice President für kleinere und mittelgroße Unternehmen (SME) zuständig, wird zum Corporate Officer ernannt und wie bisher an den neuen Co-CEO Jim Hagemann Snabe berichten. Überraschend kam der Rücktritt von John Schwarz. Er gehört seit der Übernahme von BusinessObjects Anfang 2008, wo Schwarz der CEO des Unternehmens war, zu SAP und war dort als Mitglied des Vorstands verantwortlich für BusinessObjects. Ein konkreter Grund für seinen Rücktritt wurde von SAP nicht genannt, jedoch habe es den Anschein als sehe er keine beruflichen Perspektiven mehr bei SAP, nachdem die Entscheidungen für die Konzernspitze gefallen sind. Für ihn hat SAP noch keinen Nachfolger benannt.
SAP: „Kaufen“ nach weiteren Veränderungen im Management
Kategorie: Analysen: DAX, TecDAX, MDAX, EUROSTOXX | Datum: 12.02.2010
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