New York (BoerseGo.de) – Der US-Starökonom Nouriel Roubini hat in einem Fernsehinterview mit dem Sender Bloomberg TV auf eine seiner Meinung nach mit einer hohen Wahrscheinlichkeit bevorstehende Rezession hingewiesen. Die Volkswirtschaften in den USA, der Eurozone und Großbritannien würden sich merklich abkühlen, so dass er von einer 60%igen Wahrscheinlichkeit für eine neue Rezession ausgehe.
Die expansive Geldpolitik komme nicht in der Realwirtschaft an, da die Banken auf eine nicht ausreichende Kreditnachfrage seitens der Verbraucher stoßen würden. Der Markt erhole sich seit dem 9. September nur, da ein weiteres Anleiheaufkaufprogramm der US-Notenbank Fed (QE3) wahrscheinlich sei.
Im Gegensatz zum Zeitpunkt, wo die vorherigen Aufkaufprogramme QE1 und QE2 aufgelegt wurden, seien das wirtschaftliche Umfeld und die Konjunkturdaten diesmal schlechter, weshalb er einen Erfolg von QE3 als gering einschätze. Die Notenbank hätte einen Großteil ihres Pulvers bereits verschossen. Denkbar sei, dass die Fed langfristige Anleihen kaufen und zugleich den Verkauf von kurzfristigen Anleihen vornehmen könnte, um die Zinskurve abzuflachen.
Daraufhin angesprochen, dass sich eine Rezession normalerweise durch eine inverse Zinsstrukturkurve ankündige, die nicht vorliege, sagte er, dass dies wegen der Nullzinspolitik der US-Notenbank nicht so sein müsse. Eine Abflachung der Zinsstrukturkurve sei bereits ein Indiz dafür, dass es eine Rezession geben könnte.
Jens Lüders
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