Rogoff: China steht wegen Platzen von Blasen sicher vor einer Krise

Kategorie: US-Markt News | Asien-News | Trackbox US | Top-Artikel | Datum: 24.02.2010

New York (BoerseGo.de) - Das Wirtschaftswachstum Chinas wird als Folge des Platzens einer Kreditblase in den kommenden zehn Jahren auf bis zu zwei Prozent schrumpfen. Dies erklärte gemäß einem Bericht von Bloomberg der bekannte Harvard-Wirtschaftsprofessor Kenneth Rogoff. Durch diesen erwarteten Kollaps komme es zu regionalen Rezession. Innerhalb dieses Jahrzehnts werde ein Einbruch im Geschäftszyklus nicht ausbleiben. Falls dies geschieht werde die Bedeutung von China abzulesen sein. Die in der Nachbarschaft von China liegenden Länder wie vor allem Japan und Südkorea müssten wegen einem Einbruch des chinesischen Wirtschaftswachstums den Gang in die Rezession antreten. Ebenso hätten dann die lateinamerikanischen Rohstoffexporteure aufgrund der Einbußen mit furchtbaren Folgen zu kämpfen.

Die Antwort Chinas auf die Finanzkrise bestand in der deutlichen Erhöhung des Risikos über eine durch Kredite angeheizte Blase in der Wirtschaft. Er könne nicht sicher sagen welcher Umstand die Blase zum Platzen bringt. Das Land stelle jedoch als größte Ressourcenquelle die beste Wette auf eine Krise dar. Die Immobilienwerte in Shanghai und Peking hätten sich von der Realität verabschiedet. Ein Kollaps gehe im Bereich der Produktion mit einem Einbruch auf voraussichtlich zwei bis drei Prozent einher. Daraus ergebe sich für rund eineinhalb Jahre eine sehr schmerzhafte Periode. Dieser Abschwung führe aber nicht wie im Falle Japans zu einem verlorenen Jahrzehnt. Für China rechnet der Experte in diesem Jahrhundert mit einer sehr guten Performance.

Die von allgemeiner Seite vertretene Ansicht, dass China wegen seiner zentralen Steuerung, der hohen Sparrate und dem großen Potenzial an Arbeit vor keiner Finanzkrise steht stelle nichts anderes als Humbug dar. “Ich sage, dass China eines Tages selbstverständlich eine Finanzkrise haben wird”, führte Rogoff im Rahmen einer Konferenz in Tokio weiter aus. Kenneth Rogoff arbeitete in früheren Jahren unter anderem als Chefökonom beim Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser sagte im Jahr 2008 richtig den Kollaps von US-Banken voraus.

Bild: ©www.flickr.com/Georgethefourth

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