Riester-Sparer verschenken eine Milliarde Euro

Kategorie: Deutschland, Europa | Top-Artikel | Geldanlage | Datum: 28.10.2010

Frankfurt (BoerseGo.de) - Die deutschen Riester-Sparer haben allein im Beitragsjahr 2007 fast rund 977 Millionen Euro an Zulagen verschenkt. Das ergab eine aktuelle Studie von Union Investment über die Nutzung der Riester-Zulage. Dies entspricht einem Anteil von rund 40 Prozent an den maximal erhältlichen Zulagen. Dabei sei der größte Teil der entgangenen Förderung darauf zurückzuführen, dass Riester-Sparer den erforderlichen Zulagenantrag erst gar nicht stellten. Dadurch verzichteten sie auf Grund- und Kinderzulagen in Höhe von 664 Millionen Euro. Weitere 313 Millionen Euro an Zulagen seien aufgrund der mangelnden Ausschöpfung nicht abgerufen wurden, heisst es.

"Die Inanspruchnahme der maximalen Zulage setzt zweierlei voraus: zum einen die Beantragung, zum anderen die Einzahlung des notwendigen Mindesteigenbeitrages. Wird letzterer nicht erbracht, so erfolgt eine anteilige Kürzung der Zulagen", weiß Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. "Zunächst sollten Riester-Sparer die Möglichkeit des Dauerzulagenantrages nutzen. Darüber hinaus sollten sie die Sparraten regelmäßig mit dem Einkommen abgleichen und entsprechend dynamisieren. Denn wenn sich das Einkommen aufgrund von Gehaltserhöhungen oder Sonderzahlungen ändert, müssen auch die Sparraten angepasst werden", fügt Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, hinzu.

Die Experten weisen darauf hin, dass die Frist zur Beantragung der Zulagen für das Jahr 2008 Ende 2010 ausläuft. "Die Riester-Rente ist eine Erfolgsgeschichte und für viele Menschen eine geeignete Form der privaten Zusatzversorgung. Offensichtlich sind aber noch nicht alle Sparer in ausreichendem Maße über die Wirkungsweise der Förderung informiert", fasste Prof. Raffelhüschen zusammen.
Bild: ©iStockphoto.com

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Sebastian Weber,
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