Randwährungen bevorzugt, Aktienmärkte vor Seitwärtsbewegung

Kategorie: Fonds-News | Datum: 02.06.2010

Frankfurt (BoerseGo.de) – Anleger sollten in asiatische oder europäische Randwährungen investieren, Rohstoffe mit großer Vorsicht handeln und Unternehmensaktien von Konzernen, die direkt von der dynamischen Wirtschaftsentwicklung in den aufstrebenden Schwellenländern profitieren, ins Portfolio legen, rät die Schweizer Private Banking-Gruppe Julius Bär.

Die Wechselkursentwicklung stehe ganz unter dem Stern der asynchronen Erholung der Wirtschaft und der sich ausweitenden Krise der Eurozone. Kräftige Wachstumsdynamik verspreche höhere Zinsen und mache die entsprechenden Währungen attraktiver. In Bezug auf die Leitwährungen wie USD, EUR und JPY seien die Unterschiede allerdings gering. Fundamental sei der Euro zum US-Dollar bei ungefähr 1,20 fair bewertet. Trotz erheblicher Volatilität erwarten die Banker von Julius Bär, dass sich der Wechselkurs mittelfristig bei diesem Wert einpendelt. Anzumerken bleibe, dass sich der Zustand der Staatsfinanzen in den USA und noch deutlicher in Japan auch nicht viel besser darstelle. Vor diesem Hintergrund empfiehlt Julius Bär Währungen außerhalb der großen Währungsblöcke. Die Konjunkturdynamik und die soliden Staatsfinanzen sprächen für europäische Währungen wie den CHF, die SEK und die NOK. Allerdings könnten sich diese Währungen nie ganz von einer negativen Euro-Entwicklung gegenüber dem US-Dollar abkoppeln. Daher gelte die Präferenz den amerikanischen Währungen mit einem besseren strukturellen Hintergrund, wie dem kanadischen Dollar und mexikanischen Peso. Auch viele asiatische Währungen profitierten von dieser Entwicklung, und die kräftige Wachstumsdynamik sowie die anstehenden Zinserhöhungen lieferten einen weiteren Grund für eine positive Einschätzung.

Die globalen Aktienmärkte nähmen derzeit ein Abflauen des Weltwirtschaftswachstums, doch keinen Rückfall in eine Folgerezession vorweg. Nach den jüngsten Beben in den europäischen Staatsanleihen gelte es zu beurteilen, an welchem Niveau sich der Risikoaufschlag von Aktien bemesse und was die wachstumsseitigen Folgeeffekte einer fiskalischen Konsolidierung seien. In der Annahme, dass die Antworten auf diese Fragen nicht unmittelbar gefunden werden, erwarten die Finanzmarktspezialisten von Julius Bär eine Seitwärtsbewegung in den globalen Aktienmärkten, die auch mit dem langfristigen saisonalen Muster einhergeht. Der sinkende Risikoappetit und das großzügigere Liquiditätsregime in entwickelten Ökonomien sprächen zudem für eine anhaltende taktische Umschichtung aus den Schwellenländern in reife Märkte.

Die wirtschaftliche Erholung zeige sich auch in den Rohstoffpreisen. Haupttreiber sei China, respektive sein Konjunkturpaket und die beispiellose Bautätigkeit. Der chinesische Immobilienmarkt zeige allerdings erste Anzeichen einer Blasenbildung, was die Rohstoffspezialisten von Julius Bär kurzfristig vorsichtig auf den Ausblick von Kupfer und vergleichbaren Metallen stimmt. Es gelte nun weitere Schritte hin zu einer Normalisierung der chinesischen Zinspolitik mit Argusaugen zu beobachten. Der asynchrone Verlauf der wirtschaftlichen Erholung lasse sich eindrücklich an den Öllagerbeständen ablesen. Die US amerikanischen Rohöl-, Benzin- und Diesellager seien nahezu unverändert auf den Niveaus vor Jahresfrist, während der Verbrauch in den Schwellenländern weiterhin rasant ansteige. Gold erfülle momentan die Funktion des „sicheren Hafens“ und erklettere neue Rekordpreise in EUR, angetrieben durch die Unsicherheiten ausgehend von Griechenland. Mittelfristig werde die Rückkehr zu normalen Zinsen allerdings Druck auf den Goldpreis ausüben. Kurzfristig sehen die Rohstoffspezialisten Potential in den Erdölpreisen, da die Korrektur mehr von der Marktstimmung als einer Veränderung der Fundamentaldaten getrieben scheint, und in den Agrarpreisen, da die Rekordernte bei Mais und Sojabohnen in Südamerika in den Preisen eskomptiert zu sein scheint und wachsende Nachfrage besonders aus China und den USA an den Lagerbeständen zehrt.

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