Essen (BoerseGo.de) - Der künftige RWE-Chef Peter Terium will laut einem Pressebericht sein Unternehmen noch stärker auf Sparkurs trimmen als bisher geplant. Wie der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, sollen in den Jahren 2013 und 2014 zusätzlich mindestens eine Milliarde Euro eingespart werden. Der Konzern hat unter der Ägide des Noch-RWE-Chefs Jürgen Großmann bereits Kostensenkungen in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro beschlossen. 750 Millionen Euro der zusätzlichen Einsparungen sollen nun bereits 2013, 250 Millionen Euro im Jahr 2014 realisiert werden.
Eine RWE-Sprecherin bestätigte am Sonntag, dass die genannte Milliarde eine "Plangröße" sei. Man verhandele derzeit mit den Betriebsräten. Wie viele Stellen insgesamt wegfallen würden, könne man in diesem Stadium noch nicht absehen. Nach Angaben der "Financial Times Deutschland" handelt es sich um mindestens 3500 weitere Arbeitsplätze.
Laut dem "Spiegel" hat Terium den Betriebsräten ein Zukunftskonzept mit dem Titel „RWE 2015 – Das Programm für die Zukunft unseres Konzerns“ vorgelegt. Darin seien konkrete Schritte beschrieben, wie doppelte Konzernstrukturen abgebaut und der Bereich der Erneuerbaren Energien ausgebaut werden sollen. Die Details des Planns werden bei der Bilanzpressekonferenz Anfang März präsentiert.
Der Mitte des Jahres aus dem Amt scheidende Vorstandschef Großmann hatte angekündigt, den durch die Atomwende und das schwächelnde Gasgeschäft unter Druck geratenen Energiekonzerns durch den Verkauf von Geschäftsbereichen neu aufzustellen. Bis Ende 2013 sollen Geschäfte im Volumen von bis zu elf Milliarden Euro abgestoßen werden, um mit den Einnahmen auch die milliardenschwere Schuldlast zu drücken. Nach den Planungen, die RWE-Chef Großmann im Dezember dem Aufsichtsrat präsentierte, soll die Belegschaft von derzeit 72.000 um 8.000 reduziert werden.
Bernd Lammert
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