Quantitative Lockerung: Zinsen runter ja - aber Konjunktur hoch nein

Kategorie: US-Markt News | Trackbox US | Top-Artikel | Datum: 18.10.2010

New York (BoerseGo.de) - Volkswirte und Strategen befinden sich im Glauben, dass die von der US-Notenbank Federal Reserve angepeilte Steigerung von Staatsanleihekäufen bis Ende 2010 zur Aufrechterhaltung des niedrigen Zinsniveaus führt. Zahlreiche Experten haben jedoch Zweifel, dass diese Strategie die Wirtschaft zur Stärkung bringt. Wie aus einem Bericht des “Wall Street Journals” unter Berufung auf eine von Dow Jones in der Vorwoche durchgeführte Umfrage unter 14 Primärhändler weiter zu entnehmen ist gehen 10 Befragte davon aus, dass durch die von der Federal Reserve ins Visier gefasste weitere quantitative Geldlockerung die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen bis Jahresende auf einem Niveau von 2,5 Prozent oder sogar darunter gehalten wird. Unter den Banken ziehen am stärksten Deutsche Bank und die Bank of America weitere Renditerückgänge in Betracht. Danach dürfte gemäß jenen beiden Instituten die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen bis Jahresende auf zwei Prozent sinken. Zu zweijährigen Staatsanleihen halten Deutsche Bank und Bank of America einen zusätzlichen Renditerückgang auf bis zu 0,25 Prozent für wahrscheinlich. Die Mehrheit der Befragten sieht weiters eher eine allmähliche Steigerung der Anleihekäufe als den Einsatz einer schockartigen Methode. Nach anfänglichen kleineren Käufen werde vermutlich eine Entscheidung über ein weiteres Hochfahren gefällt. Die Prognosen über das insgesamte Kaufvolumen bewegen sich zwischen 500 Milliarden Dollar und 1,2 Billionen Dollar.

Die Experten vertreten jedoch keine vollständige Überzeugung, dass die zur Ankurbelung des schwachen Wirtschaftswachstums, zur Bekämpfung der hohen Arbeitslosenrate und zur Inflationsbeschleunigung vorgesehene quantitative Geldlockerung der US-Wirtschaft zu Schwung verhilft. Das Programm werde weder zu einer Aufweichung der Kreditbedingungen für Kleinunternehmen führen noch die Kreditkosten für finanzschwache Hausbesitzer drücken. Gemäß dem Strategen Priya Misra von der Bank of America Merrill Lynch dürften die Vermögenskäufe zwar die Zinsen niedrig halten und die Inflation vor weiteren stärkeren Rückgängen bewahren, aber nur eine geringe Wirkung auf die Beschäftigung entfalten.

Die Mehrheit der Befragten hält es weiters für wahrscheinlich, dass die Federal Reserve den Leitzins über die nächsten Jahre auf dem Rekordtief von 0,25 bis 0 Prozent belässt. Die Citigroup erwartet bis 2014 keine Anhebung. Andere gehen von einer ersten Anhebung im Jahr 2012 aus.
 

Bild: ©iStockphoto.com/Jerry Koch

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